Riten – Geländer des Lebens

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Geländer
© Susanne Schmich / pixelio.de

Es herrschte helle Aufregung unter den Anwesenden Verwandten. Tränen flossen, alles lief aufgeregt hin und her, überlegend was jetzt zu tun sei. Aufgeregt tuschelten sie untereinander über die Worte, das es jetzt zu Ende gehen würde. Der Pastor war unterwegs um den Sterbenden noch einmal Trost durch den Glauben zu vermitteln und um den Anwesenden ein letztes Mal ein Abendmahl zusammen mit dem Sterbenden zu ermöglichen. Als der Pastor eintraf zog er sich zusammen mit dem Ehepartner des Sterbenden in das Zimmer zurück, in dem der lag, der sich nun bewusst war, die letzten Stunden seines Lebens anzugehen. Nur verhalten waren die Stimmen der drei aus dem Zimmer zu hören und immer wieder war deutlich zu vernehmen, dass der Pastor betete. Mit jedem vernehmlichen Gebet war zu spüren, dass unter den Anwesenden nach und nach wieder Ruhe einkehrte. Dann wurden alle dazu gebeten um das gemeinsame Abendmahl zu feiern. Jetzt wurde es sehr deutlich: der Pastor vollzog das ihm so sehr vertraute Ritual und in seiner Festigkeit darin war er gleichsam in dem Moment derjenige, der den Anwesenden ein Geländer anbot, an dem sich die von Trauer überwältigten festhalten konnten. Auch solche unter den Anwesenden, denen ansonsten Glaube, Kirche und Co. eigentlich nichts bedeuteten waren nun vereint im gemeinsamen „Vater unser…“ „Riten – Geländer des Lebens“ weiterlesen

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Respekt

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Respekt
… scheint etwas zu sein, was wieder einer neuen Beachtung wert ist. War früher dieser Begriff hauptsächlich mit Angst verbunden und dem unterwerfen unter höhergestellten Personen der Gesellschaft, hat sich das Verständnis in den heutigen Tagen geändert. Eine einheitliche Definition ist aber nicht vorhanden.

1977 beschrieb der amerikanische Philosoph Stephen L. Darwall in einem Aufsatz zwei Arten von Respekt: den wertschätzenden und den anerkennenden Respekt. Seine Definition wurde seither von anderen übernommen. Die Forscher der Hamburger RespectResearchGroup nennen diese zwei Respektformen zum einen den „horizontalen“ oder „anerkennenden Respekt“ und zum anderen den „vertikalen“ oder „bewertenden Respekt“. Beim „horizontalen Respekt“ muss eine Person nichts erfüllen oder leisten, damit sie respektiert wird. Hier wird dem gegenüber also Respekt allein aufgrund der Tatsache erweisen, dass es existiert. Jedem Menschen oder Lebewesen wird damit eine Achtung gewährt, die auf der Würde des Individuums erbracht werden sollte. Beim „vertikalen Respekt“ handelt es sich um einen verdienten Respekt, den man sich durch sein Verhalten oder seine Leistungen erworben hat. „Respekt“ weiterlesen

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“Hallelujah”

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“Hallelujah” ist ein Lied, dass von dem kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen geschrieben wurde. Ein Musiker, der mir schon seit Teenietagen bekannt ist. Damals prägte ein Bekannter einmal den Satz: “Wenn du noch nicht deprimiert bist, brauchst du nur Cohen zu hören, danach bist du es”. Ein Satz, der die oftmals zu spürende Schwermut seiner Lieder umschreibt, aber dann doch überzogen ist. Bekannt wurde Cohen unter anderem durch das Lied “Suzanne”, welches eben einen Eindruck dieser Schwermütigkeit gibt:


(Erst wenn sie das Video anklicken, wird es von youtube geladen und Daten werden gesendet. Mit dem anklicken des Videos, stimmen sie dem zu. Dazu die Datenschutzerklärung von Google)

„“Hallelujah”“ weiterlesen

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wer bin ich?

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1 Mose 2:7 da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele. (Rev. Elb.)

Was ist das: “Seele”? Diese Frage bewegt die Menschheit schon lange. Denn damit ist unmittelbar die Frage: “Wer bin Ich?” gekoppelt. Wie sicher ist unser Erleben des eigenen Ich und wie stark ist es durch äußere Einflüsse geprägt. Bin ich Ich oder bin ich das was Andere mir vermitteln, wer ich sei oder sein sollte?

Schnell wird klar, dass wir unser Selbstbewusstsein und damit verbunden unseren Selbstwert praktisch immer in einer Interaktion – in Bezug auf oder im Vergleich mit – bilden. „wer bin ich?“ weiterlesen

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Macht der Worte

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Immer wieder trifft man unter Christen auf sehr eigentümliche Lehren über die angebliche Macht der Worte. Unserem Reden wird hier eine mystische Macht zugesprochen. Es wird behauptet dass alleine das Aussprechen von Worten in sich bereits eine kreative Macht hätte.
Aber auch in der Auslegung des Bibeltext im Jakobus 3 schleichen sich oft seltsam anmutende Lehren und Überzeugungen ein.

Was sagt die Bibel?
Bei der Fülle der unterschiedlichen Lehren werden auch eine Menge Bibelstellen als Beleg angeführt. Manches wirkt plausibel, aber ist das dann auch wirklich das, was uns die Bibel dazu sagt? „Macht der Worte“ weiterlesen

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Schulgebet unerwünscht

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rg-prayer-chair
© public domain

Eigentlich war mir nicht bewusst, dass es in Deutschland außerhalb christlicher oder konfessionsgebundenen Schulen in Klassen ein gemeinsames Schulgebet vor Unterrichtsbeginn gepflegt wird. Aus Amerika kenne ich das, denn manche Christen machen dort recht viel Wirbel darum.

Wirbel machten nun Eltern in einer Schule hier am Niederrhein. Die Rheinische Post berichtet davon:

>Streit um “Bonhoeffer-Schulgebet”

VON HOLGER HINTZEN

Korschenbroich (RP) Zum Unterrichtsbeginn sprachen die Kinder einer Korschenbroicher Gemeinschaftsgrundschule bislang mit gefalteten Händen Verse eines Bonhoeffer-Gedichtes. Das erregte Anstoß in einem Elternhaus. Das Schulamt in Neuss schritt ein. Seither müssen die Schüler auf das Gebet verzichten.
„Schulgebet unerwünscht“ weiterlesen

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Atheistenwerbung

Lesezeit: 2 Minuten © Jon Worth / British Humanist Association

Wie in der idea nachzulesen ist, geht die Buswerbung von Atheisten, die gegen den Glauben an Gott gerichtet ist, nach hinten los.

“Eine atheistische Werbekampagne auf Londoner Bussen könnte das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung entfalten und mehr Menschen zum Nachdenken über Gott anregen. Damit rechnet zumindest die christliche „Denkfabrik“ Theos (London). Seit dem 6. Januar sind in der britischen Hauptstadt 30 Busse mit folgender Aufschrift unterwegs: „Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Keine Sorge – genießen Sie das Leben.“ Die Kampagne wurde im vorigen Jahr von der Fernsehautorin Ariane Sherine in der Zeitung Guardian angeregt. Sie will damit auf evangelistische Werbung reagieren, die „mit Hölle und Verdammnis“ drohe. Sherine will ferner Gottesleugner ermutigen, sich öffentlich zu ihrer Weltanschauung zu bekennen. Maßgeblich unterstützt wird die Kampagne vom Oxforder Evolutionsbiologen und atheistischem Bestellerautor Prof. Richard Dawkins („Der Gotteswahn“). Theos hält den Slogan der Gottesleugner aber für kontraproduktiv. Er werde viele Menschen erst dazu bringen, über Gott nachzudenken. Wie Theos-Direktor Paul Woolley sagte, trage dazu vor allem das Wörtchen „wahrscheinlich“ bei. Der Slogan fordere ähnliche Reaktionen heraus, wie wenn man jemandem sage, er habe „wahrscheinlich“ daran gedacht, die Haustür abzuschließen. Das veranlasse die meisten Menschen, zur Sicherheit noch einmal nachzuschauen.”

Das glaube ich gerne. Das ist das schöne an Antiwerbung: sie ist zumeist dem nützlicher gegen den sie sich wendet. Indem die Aufmerksamkeit auf das Objekt gelenkt wird, rückt es erst wieder in den Mittelpunkt. Daher gehe ich mit den meisten Aktionen gegen den Glauben an Gott eher gelassen um. Damit werden viele Menschen erst angeregt über Gott nachzudenken und eine persönliche Gottesbegegnung wahrscheinlicher. Also dann hierfür vielen Dank an die Londoner Atheisten und denen, die ihnen bereits nachgeeifert haben:

“Gleichwohl hat die Kampagne Nachahmer im Ausland gefunden. In Barcelona wollen Atheisten Busse mit derselben Botschaft durch die Stadt schicken. Die Amerikanische Humanistische Vereinigung ließ bereits an Bussen in der US-Hauptstadt Washington atheistische Aufrufe verbreiten: „Warum an Gott glauben? Lieber Himmel – seien Sie doch einfach nur ein guter Mensch.”

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Deutsche Sprache

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Man liest immer wieder davon, dass sich Deutsche über die Entwicklung der Muttersprache ärgern. Insbesondere wird so oft angeprangert, dass Anglizismen immer mehr zunehmen. Teilweise sind gerade die oft so skurril, dass man sich tatsächlich fragen muss, ob die Autoren solcher Entgleisungen wenigstens einer der beiden Sprachen mächtig sind, die sie hier in so übler Weise verknüpft haben. Unvergesslich bleibt mir dieser hochgestellte Manager, der in einem Telefoninterview mit dem WDR2 sehr gebildet den englischen Begriff „double use“ (zweifache Nutzung) in etwa so aussprach: „dubbelle uuse“ 😀 Wie sagte noch ein deutscher Satiriker? „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!“ 😉

Aber dazu gibt es ja mehr wie genug Artikel und Beispiele.

Was mich ärgert
Immer wieder begegnen mir im Alltag solche Sprachunfälle. Was besonders auffällt ist, dass immer mehr Deutsche keinen Bezug mehr zu Redewendungen haben, die sie verwenden. So kommt es immer häufiger vor, dass zwei Redewendungen, die nichts miteinander zu tun haben, vermischt werden. Oder dass die eigentliche Pointe der Redewendung verdreht wird, weil der Benutzer nicht mehr weiß, worauf sich diese bezieht. Es ist zu beobachten, wie Redewendungen zu leeren Worthülsen zerfallen, was ich sehr traurig finde.

Beispiele hier für wären:

„Bei Jemanden einen Stein im Brot haben“ statt: „ … im Brett haben“
„das war wie ein Gang nach Rom… „ statt: „ … Gang nach Canossa
„Den Federhandschuh werfen“ statt: „den Fehdehandschuh aufnehmen

usw.

„verbauen“
Früher hörte man lediglich irgendwelche behördliche Sprecher – so wie von der Polizei oder Feuerwehr – vom „verbauen“ reden, wenn damit ausgedrückt werden soll, dass etwas eingebaut wird oder wurde. Heute jedoch verwenden etliche Reporter und Redakteure mehr und mehr dieses Wort. Anscheinend hört sich das für die Nutzer irgendwie gebildeter an oder ähnliches – einen vernünftigen Grund gerade dieses Wort für „Einbau“ zu verwenden ergibt sich zumindest für mich nicht. Ich habe auch nachgesehen und gefunden, dass mein Sprachgefühl mich nicht täuscht. Die Verwendung der Vorsilbe „ver“ spricht in erster Linie dafür, dass etwas nicht gelungen ist oder gar zerstört wird. „Verbauen“ hieße demnach eigentlich dass hier Jemand Mist gebaut hat. Dieser hat beim Einbau Fehler gemacht oder hat durch einen fehlerhaften Einbau etwas kaputt gemacht. Erst in einer erweiterten Nutzung erscheint das Wort „verbauen“ im Sinne von „einbauen“.

Ich frage mich immer wieder, wenn ich die Nutzung dieses Wortes wieder höre oder lese, was mit dem Sprachgefühl solcher Autoren geschehen ist.

„Leiterschaft“
Dieses Wort nun ist ein schönes Beispiel wie etwas in unsere Sprache völlig Blind und ohne Kenntnis der deutschen Sprache aufgenommen wird. Denn dieses Wort gibt es in der deutschen Sprache schlicht nicht! Dennoch bahnt sich dieses Wort über freie christliche Gemeinden in unseren Sprachgebrauch. „Leiterschaft“ ist das Ergebnis eines miserablen Übersetzungsversuchs des englischen Wortes „Leadership“, welche korrekt übersetzt eigentlich „Führung“, „Leiter“ oder „Leitung“ bedeutet. Bei dem Wort „Leiterschaft“ muss man sich also fragen, was genau damit bezeichnet werden soll? Ein Schaft, der sich an einer ausziehbaren Leiter befindet etwa? Oder ein Griffteil eines Leiters – also den Teil, an dem man einen Leiter richtigerweise anfasst um mit ihm zu arbeiten? (Wo genau jetzt bei einem Leiter dieser Schaft zu finden ist? Also, das weiß ich jetzt auch nicht so genau.)

Gibt man das Wort „Leiterschaft“ bei Google ein, bekommt man sage und schreibe ungefähr 25.000 Treffer. Und das für ein Wort, dass es garnicht gibt! Die weitaus überwiegende Zahl der Treffer scheint mir aus dem freikirchlichen Raum in Deutschland zu kommen. Man fragt sich, ob das wohl ein Anzeichen dafür ist, wie sehr ebendiese durch englische und amerikanische Quellen geprägt sind – woher sonst sollten solche Übersetzungsfehler so unkritisch Raum in unserer Sprache bekommen?

Ich muss zugeben, dass ich selbst dieses Wort längere Zeit unkritisch benutzt habe bevor ich darauf aufmerksam wurde, dass es das eigentlich nicht gibt. Selbst Heute noch muss ich bewusst darauf achten, es nicht weiter zu benutzen, da es mir „in Fleisch und Blut“ übergegangen war.

Fortsetzung folgt
Wie ich befürchte, gibt es eine ganze Reihe anderer Beispiele, die auch noch angeführt werden könnten oder gar müssten. Evtl. ergänzt hier der Eine oder Andere meiner Leser ja noch aus dem eigenen Erfahrungsschatz.

Warum das?
Wenn ich nachdenke, woher das kommt, dass unsere Sprache solche Veränderungen erlebt, komme ich immer wieder auf die bekannte Tatsache, dass die Deutschen immer weniger lesen. Gerade die heranwachsenden Generationen zeichnen sich mehr und mehr damit aus, dass sie keine Lesekultur mehr pflegen. Da bedarf es solchen Romanen wie „Harry Potter“ damit auch die Jungend mal wieder umfangreichere Bücher in die Hand nehmen. Nur scheint es viel zu wenige solcher Bücher zu geben. (Was einer Leseratte wie mir völlig unverständlich erscheint)

Lesefaulheit
Es fällt auch auf, dass zum Beispiel Blogbeiträge, die mehr wie eine DIN-A4-Seite umfassen, sehr ungern gelesen werden. (Dem wird auch dieser Beitrag wieder zum Opfer fallen) Gerade hier hat sich auch unter den Christen eine McAndacht-Kultur entwickelt. Fastfood-Andachten, die sehr kurz, eingängig und heillos oberflächlich sind, erfreuen sich reichlicher Beachtung. Nur leider ist weder das Leben als Christ, noch das Verstehen chr. Lehrinhalte nicht als Fastfood-Burger zu servieren. Wer es also in diesem Artikel bis hierhin geschafft hat, hat meine Anerkennung 🙂

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