König David – Vergewaltiger und Mörder?

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Bathseba auf dem Dach
© public domain Jean-Léon Gerome 1889

Ich wurde auf eine Diskussion über König David in Bezug auf Bathseba aufmerksam, die erneut geführt wird. Unbestritten ist wohl, dass David als mittelbarer Mörder von Bathsebas Ehemann Uria angesehen wird. Doch hat David Bathseba auch vergewaltigt? Zumindest wird das nun wieder behauptet. Sicherlich auch von der #MeToo-Debatte angestoßen.

Man kann fragen, was wohl der schlimmere Vorwurf sei, Mörder oder Vergewaltiger? Und warum Christen zwar bereit sind, König David als mittelbaren Mörder anzusehen, nicht aber als Vergewaltiger. Welche Rolle spielte Bathseba dabei? Unschuldiges Opfer oder berechnende Frau?

Ausgang der Diskussion ist die Schilderung der Geschichte in 2.Samuel 11+12.
2Sa 11:2 Und es geschah zur Abendzeit, daß David von seinem Lager aufstand und sich auf dem Dach des Königshauses erging. Da sah er vom Dach aus eine Frau baden. Die Frau aber war von sehr schönem Aussehen. … (Rev.Elb.)

Für mich ergibt sich aus der Geschichte, dass David und Bathseba willentlich gesündigt haben. Bathseba ist nach meiner Sicht nicht das Opfer in der Geschichte, sondern Mitgestalterin derselben.
Das ergibt sich für mich schon in dem ersten Vers der Erzählung. Denn eins ist allemal klar: im damaligen Israel hätte keine sittsame Frau es gewagt mitten in der Stadt Jerusalem, einsehbar von den Umliegenden Dächern (u.a. dem des Palastes) zu baden. (Das obige Bild veranschaulicht die Situation meines Erachtens recht gut) Stellt sich also durchaus auch die Frage, warum sie das tat. War sie naiv oder tat sie das aus Berechnung und sündigte damit? War ihre Absicht ihren Mann loszuwerden und eine der Frauen Davids zu werden? Hätte sie nicht genügend Möglichkeiten gehabt, David anzuklagen und ihre Geschichte öffentlich zu machen?

Entschuldigt eine berechnende Haltung Bathsebas Davis Sünden? Keinesfalls! Sie zu sich in den Palast holen zu lassen, um mit ihr zu schlafen und der anschließende mittelbare Mord an Uria ist nicht zu entschuldigen. König David ist hier ganz sicher als Ehebrecher und Mörder zu bezeichnen. Aber meiner Meinung nach eben nicht als Vergewaltiger. Das ergibt sich für mich auch aus der Anklage Gottes gegen David, die er mittels des Propheten Nathan verkündete. Gott sprach von Raub, nicht aber von einer Vergewaltigung der Frau Urias.

Aber ist es nicht schon verwerflich Frauen eine derart berechnende Haltung zu unterstellen? Offensichtlich für die Bibel nicht. Denn in der Bibel wird von Männern und Frauen berichtet, die sehr berechnend in ihrem Handeln waren. Durchaus auch von Frauen, die mit ihren Verführungskünsten Männer dazu verleiteten, das zu tun, wonach es ihnen verlangte. Siehe u.a. auch die Geschichte über die Enthauptung des Täufers Johannes in Matth. 14:6ff.
Das auch Frauen so handeln, wird in der #MeToo-Debatte gerne ausgeklammert. Doch das Leben lehrt, dass dem durchaus so ist.

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