Wenn Steine mehr wert sind als Menschen – Notre Dame

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Notre-Dame Paris
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Stand Heute wurden nach dem Brand bereits über eine Milliarde Euro für den Wiederaufbau von Notre-Dame in Paris gespendet. Das ist eine beeindruckende Solidaritätsgeste mit dem französischen Volk. Vor allem, wenn man bedenkt, dass bereits zwei Tage nach dem Brand 800 Millionen davon gespendet worden sind.

So sehr ich die Solidaritätsbekundungen und auch einen Wiederaufbau von Notre-Dame Paris begrüße, so sehr stößt mich diese Freimütigkeit auch ab.
Denn diese immensen Spenden fallen nicht in einen neutralen Zeitraum. Nein, in demselben Zeitraum streichen die europäischen Länder die Seenothilfen für die Flüchtlinge, die übers Mittelmeer kommen. Gleichzeitig zeigen sich die meisten europäischen Länder zu geizig und zu verbohrt überhaupt nennenswerte Zahlen von Flüchtlingen aufzunehmen. Gleichzeitig nimmt die Armut in den Bevölkerungen dramatisch zu. Förderungen für Arbeitslose jeglichen Alters werden gekürzt, und so weiter…

Stellt man die Hilfsbereitschaft für eine Steinkirche in Paris in Vergleich mit der Hilfsbereitschaft für Menschen in Not, sagt diese pervers hohe Spendensumme viel über unsere Gesellschaften aus. Dieser Vorgang ist kein Grund zur Freude, er ist ein Grund zur Scham.

Als Christ stelle ich angesichts dieser Spenden die Frage:
Was würde Jesus, immerhin der Herr der Kirche, mit den Spendengeldern tun? In Steine, Holz und Gold stecken? Wohl kaum! Ganz sicher würde Jesus dieses Geld nutzen um den armen Menschen weltweit zu helfen.
Ich bin mir auch sicher, dass Gott von diesen immensen Spenden für Steine, Holz und Gold angewidert ist.

Daher mein Appell: bevor du, lieber Leser, darüber nachdenkst auf diesen Goldhaufen auch noch deine Spende zu packen, spende das Geld lieber für Menschen in Not. Die gibt es überall auf der Welt, sogar auch in deiner Stadt.

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