Der Heißluftballon und Gott

Lesezeit: 4 Minuten
Heißluftballon
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Eben habe ich im Radio eine Weile einem Agnostiker und Philosophen zugehört, der meint uns belegen zu können, warum wir Gott nicht denken oder gar erfahren können. Da ich solche Argumentation schon oft gehört habe und nur das üblich zu hören war, habe ich abgeschaltet. Im Nachdenken über das, was ich gehört hatte, viel mir die Geschichte mit dem Heißluftballon und Gott wieder ein.

Was hat es mit dem Heißluftballon und Gott auf sich?
Wenn wir über Gott diskutieren stellt sich oft die Frage, wie man sich Gott vorstellen soll. Wie man wissen könne, ob man an den richtigen Gott glaubt. Wie wir wissen können, wer Gott ist oder auch nicht ist. Das hört sich schwer an und wird tatsächlich seit Jahrhunderten diskutiert und philosophiert. Aber sind diese Fragen wirklich so schwer zu beantworten? Da kommt nun der Heißluftballon ins Spiel ….

Stellen sie sich vor, ich berichte ihnen davon, dass vor ihrer Ortschaft ein Heißluftballon steht. Da Niemand in ihrer Ortschaft bisher jemals einen Heißluftballon gesehen hat, ist das Interesse mehr oder weniger groß. Aufgrund meines Berichts beginnen die Zuhörer zu diskutieren. Wie mag dieser Ballon aussehen? Welche Farbe hat er, wie groß mag er sein? Und wie funktioniert so ein Heißluftballon überhaupt?

Langsam bilden sich Gruppen, die über unterschiedliche Aspekte bezüglich des Heißluftballons vor der Ortschaft diskutieren. Während die einen über die Farbe reden, reden andere über die Form. Wieder andere besprechen, welchen tieferen Sinn dieser Ballon für die Menschen in der Ortschaft wohl haben möge. Wovon dieser Ballon noch berichten könnte.

Erst tauschen sich diese Gruppen noch aus und bereichern sich an den Erkenntnissen der anderen. Doch es kommen auch Unstimmigkeiten aufgrund unterschiedlicher Meinungen auf. Während manche abwinken und das alles nicht der Rede wert finden, ereifern sich andere mehr und mehr. Feste Interessengemeinschaften bilden sich und erarbeiten sich Statuten um festzuhalten, welch wichtige Erkenntnisse sie für sich über den Heißluftballon gefunden haben.

Einzelne Gruppen legen mehr Wert auf die Frage, welchen Sinn, welche Botschaft dieser Ballon für die Gemeinschaft der Ortsbewohner haben mag. Und so bilden sich ideologische Gemeinschaften. Manche in Richtung Philosophie, manche in Richtung Religion. Längst treffen sich die Diskussionsgruppen nicht mehr auf Plätzen und in Gaststätten. Sie haben eigene Räumlichkeiten geschaffen, um sich ungestört über ihre Sicht in Bezug auf den Heißluftballon austauschen zu können. Während die einen weiter über manch praktische Aspekte bezüglich des Heißluftballons diskutieren fangen andere an diesen zu verehren. Ja sogar in ihm eine Botschaft Gottes oder gar in ihm selbst einen Gott zu erkennen.

Und wie es unter uns Menschen so ist, beginnen auch Dispute, Konflikte und Feindschaften um die Frage des Heißluftballons vor der Ortschaft. Es wird immer schwieriger in der Ortschaft. Hat die Sache mit dem Heißluftballon Anfangs noch die Ortsbewohner vereint, so trennt sie diese nun mehr und mehr.

Nachdenklich stehe ich mitten unter dieser Ortsgemeinschaft und staune, was die Botschaft vom Heißluftballon vor dem Ort so alles ausgelöst hat. Mir hört eigentlich keiner mehr zu. Dabei habe ich doch nur die eine Frage: Wer denn mitkommen will, um sich den Heißluftballon vor der Ortschaft anzusehen und dort zu erfahren, wie er aussieht, wie er funktioniert und eventuell sogar mal eine Fahrt mit ihm zu riskieren.
Ich denke bei mir, dass all diese Diskussionen, Dispute und was noch alles entstanden ist, hinfällig wären, würden wir einfach hingehen und nachsehen.

Wir können alles mögliche mit der Botschaft machen, die uns über Gott gebracht wird. Doch bevor wir uns in Religionen und all dem daraus folgendem verlieren, wie wäre es, Gott selbst anzusprechen und direkt von Ihm zu erfahren, wie Er ist. Das geht nicht? Sehen sie, nun reden sie schon genauso wie dieser Agnostiker, den ich eben noch gehört habe. Sie machen gerade denselben Fehler wie er und auch so viele, die lieber Religion oder Ideologien leben, als einfach zu Gott zu gehen und selbst nachzuschauen.
Ich habe das bereits vor 40 Jahren getan. Ich kann nicht sagen, dass ich Gott nun durch und durch erkannt hätte oder ihnen Gott beweisen könnte. Das will ich auch garnicht tun. Ich habe für mich erkannt, dass schon viele Andere auch zu Gott gegangen sind und viel von dem, was, zum Beispiel in der Bibel, von Gott berichtet wird, sich mit dem deckt, was ich bei Ihm erfahre. Ich will nun nicht unbedingt, dass sie über Gott das glauben, was ich glaube. Ich will sie nur darauf hinweisen, doch selbst einmal nachsehen zu gehen. Ich hab es wieder und wieder getan und habe Ihn gefunden. (Oder sollte ich eher sagen, Er hat mich gefunden?) Um Gott zu finden, müssen sie nicht einmal ihre Ortschaft verlassen. Denn Gott ist ihnen nicht fern. Sie sollten sich einfach mal zu Ihm hinwenden, hinschauen und hinhören.

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4 Gedanken zu „Der Heißluftballon und Gott“

  1. Gott kannst Du nicht rational erklären. Du kannst ihn weder ausschließen, noch ihn beweisen.
    Wir sind in unserer Immanenz gefangen, wir sind endlich, sowohl physisch als auch psychisch.
    Könnten wir Gott beweisen, so wäre er definitiv nicht Gott.
    Gott kann man sich auch nicht vorstellen, könnten wir es, so wäre es nicht Gott.
    Der Luftballon ist ein physisches Objekt, welches Du mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst.
    Einen Luftballon mit Gott zu vergleichen, halte ich für sehr unpassend, aus religiöser Sicht sogar für beleidigend.
    Du kannst nicht einfach mal zu Gott gehen und ihn erforschen, wie diesen Luftballon.
    Auch jegliches „heilige“ Buch, was den Anspruch für sich annimmt, Gotteswort darzustellen ist kein wissenschaftlicher empirischer Beweis.
    Wenn Du für Dich selber herausgefunden hast, dass Du Gott getroffen hast und er sich Dir offenbart hat, so ist es kein objektiver Beweis. Deine subjektiven und emotionalen Eindrücke, können Dich und andere wenige Personen überzeugen, aber sie sind keine empirischen objektive Fakten.
    Es gibt überzeuge Anhänger aller Glaubensrichtungen, welche sich sicher sind, dass Gott ihnen die absolute Wahrheit offenbart hat.
    Alle sagen, dass wenn Du Dich zu Gott aufrichtig hinwendest und mit sauberem Herzen zu ihm betest, er Dir die Wahrheit offenbaren wird.
    So ist dein „Gottesbeweis“ zum Schluss, ein weiterer Zirkelschluss unter vielen in diesem Artikel.
    Agnostizismus ist objektiv betrachtet die logische Konsequenz.
    Gott kann weder bewiesen noch nicht bewiesen werden.
    Er ist im Endeffekt objektiv betrachtet nur eine Glaubenssache.

    1. Gott kannst Du nicht rational erklären. Du kannst ihn weder ausschließen, noch ihn beweisen.

      Ich habe nichts anderes behauptet.

      Könnten wir Gott beweisen, so wäre er definitiv nicht Gott.

      Ich will Ihn garnicht beweisen. Lies nochmal meinen letzten Absatz, da steht es sogar!

      Du kannst nicht einfach mal zu Gott gehen und ihn erforschen, wie diesen Luftballon.

      Das ist die übliche Behauptung Derer, die meinen Gott in menschliche Wissenschaft gefangen nehmen zu können. Der Denkfehler hier ist, nicht davon auszugehen, dass Gott selbst sich erfahrbar und damit auch subjektiv erforschbar machen will. Wir werden in der Bibel immer wieder aufgefordert Gott / Jesus zu suchen und Gott verheißt, dass wir Ihn erkennen werden. Aber weil das über das menschlich-wissenschaftliche Denkvermögen hinausgeht, darf es das auch nicht geben, richtig?

      Auch jegliches „heilige“ Buch, was den Anspruch für sich annimmt, Gotteswort darzustellen ist kein wissenschaftlicher empirischer Beweis.

      Habe ich auch nicht behauptet.

      Ehe ich jetzt hier bei fast jedem Satz von dir dasselbe schreibe, fasse ich zusammen: Du unterstellst mir hier eine Menge Dinge, die du nach einem nüchternen Lesen meines Beitrags selbst als falsche Unterstellungen erkennen müsstest. (So du es denn wolltest) Wenn du dich in deinem Denkschloss „wissenschaftlichem Denkens“ angegriffen fühlst, mag es evtl. schlicht daran liegen, das es einfach nur ein Luftschloss ist. Agnostizismus ist keine logische Konsequenz. Es ist eine Ausrede, um sich Gott selbst nicht stellen zu müssen und daraus Konsequenzen für das eigene Leben zu ziehen, weiter nichts.

  2. Du schreibst.. Stellen sie sich vor, ich berichte ihnen davon, dass vor ihrer Ortschaft ein Heißluftballon steht.

    Später schreibst Du.. Dabei habe ich doch nur die eine Frage: Wer denn mitkommen will, um sich den Heißluftballon vor der Ortschaft anzusehen und dort zu erfahren, wie er aussieht, wie er funktioniert und eventuell sogar mal eine Fahrt mit ihm zu riskieren.

    Um daraufhin den Vergleich mit Gott zu ziehen.. Wir können alles mögliche mit der Botschaft machen, die uns über Gott gebracht wird. Doch bevor wir uns in Religionen und all dem daraus folgendem verlieren, wie wäre es, Gott selbst anzusprechen und direkt von Ihm zu erfahren, wie Er ist.

    Du vergleichst einen Luftballon mit Gott. Du vergleichst ein immanentes, endliches Geschöpf mit einem gleichzeitigen immanenten, transzendenten und darüber hinaus existenten Schöpfer.
    Deswegen ist dieses ganze Beispiel sowohl aus religiöser als auch aus nicht religiöser Sicht FALSCH.
    Einen Luftballon kannst Du als immanentes Geschöpf auch immanent erfassen.
    Gott kannst Du nicht erfassen, anfassen, besteigen und zerstören.. wie Du es mit einem Luftballon machen kannst..
    Diese ganze Geschichte kenne ich, jedoch als Flugzeug welches in der Wüste landet.
    Sie ist ein sehr schlechtes Beispiel.

    1. Tjaja, so ist das. Ich verstehe das ja. Da ist man so stolz darauf, seinen Intellekt gepflegt und gefüttert zu haben, man hat viel gelernt, tolle Fremdworte, viele Informationen, gar auch eine Menge Zitate von anderen Denkern oder Solchen die man dafür hält. Man hat sich trainiert alles möglichst „wissenschaftlich“ zu durchleuchten und merkt nicht, was man bei dem allen alles verlernt hat.
      Warum schreibe ich das wissenschaftlich in Anführungszeichen? Ganz einfach, weil ein seriöser Wissenschaftler gelernt hat quer- und über seine Grenzen hinaus zu denken. Und ein solcher erkennt leicht etwas, was schon kleine Kinder ganz hervorragend verstehen: Eine gleichnishafte Erzählung, eine Parabel, eine einfach gestaltete, anschauliche Geschichte oder Vergleich, die / der einen abstrakten Aspekt bildhaft beschreibt. Und ein solcher versteht auch, welch ein vergeblicher Versuch es ist, eine solche im Detail wissenschaftlich zu analysieren.

      Wenn du also meine Geschichte so unmöglich und so untauglich findest, solltest du niemals lesen, wie Jesus seine Jünger lehrte. Das tat er nämlich sehr häufig mit, du wirst es erraten können, Gleichnissen 😉 Damit steht er unter den Religionslehrern nicht mal alleine da. So ein Ärger aber auch. 🙁

      Aber Danke, du zeigst uns hier sehr deutlich, warum ich über solche Philosophen und (ach so) Intellektuelle nur müde lächeln kann. Weil sie vor lauter Stolz auf ihre Bildung nicht merken, wie wenig das Einüben schöner Wörter und das mentale Abspeichern von allem Möglichen mit tatsächlicher Bildung zu tun hat. Ihre Bücher und Vorträge vermitteln dann nicht etwa große Erkenntnis, sondern zeigen nur auf, wie sehr sie sich in ihrem Luftschloss verhaspelt haben. So wie dieser Philosoph, den ich im Radio dann auch recht bald wieder abgeschaltet habe 😉

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