Der Heißluftballon und Gott

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Heißluftballon
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Eben habe ich im Radio eine Weile einem Agnostiker und Philosophen zugehört, der meint uns belegen zu können, warum wir Gott nicht denken oder gar erfahren können. Da ich solche Argumentation schon oft gehört habe und nur das üblich zu hören war, habe ich abgeschaltet. Im Nachdenken über das, was ich gehört hatte, viel mir die Geschichte mit dem Heißluftballon und Gott wieder ein.

Was hat es mit dem Heißluftballon und Gott auf sich?
Wenn wir über Gott diskutieren stellt sich oft die Frage, wie man sich Gott vorstellen soll. Wie man wissen könne, ob man an den richtigen Gott glaubt. Wie wir wissen können, wer Gott ist oder auch nicht ist. Das hört sich schwer an und wird tatsächlich seit Jahrhunderten diskutiert und philosophiert. Aber sind diese Fragen wirklich so schwer zu beantworten? Da kommt nun der Heißluftballon ins Spiel ….

Stellen sie sich vor, ich berichte ihnen davon, dass vor ihrer Ortschaft ein Heißluftballon steht. Da Niemand in ihrer Ortschaft bisher jemals einen Heißluftballon gesehen hat, ist das Interesse mehr oder weniger groß. Aufgrund meines Berichts beginnen die Zuhörer zu diskutieren. Wie mag dieser Ballon aussehen? Welche Farbe hat er, wie groß mag er sein? Und wie funktioniert so ein Heißluftballon überhaupt?

Langsam bilden sich Gruppen, die über unterschiedliche Aspekte bezüglich des Heißluftballons vor der Ortschaft diskutieren. Während die einen über die Farbe reden, reden andere über die Form. Wieder andere besprechen, welchen tieferen Sinn dieser Ballon für die Menschen in der Ortschaft wohl haben möge. Wovon dieser Ballon noch berichten könnte.

Erst tauschen sich diese Gruppen noch aus und bereichern sich an den Erkenntnissen der anderen. Doch es kommen auch Unstimmigkeiten aufgrund unterschiedlicher Meinungen auf. Während manche abwinken und das alles nicht der Rede wert finden, ereifern sich andere mehr und mehr. Feste Interessengemeinschaften bilden sich und erarbeiten sich Statuten um festzuhalten, welch wichtige Erkenntnisse sie für sich über den Heißluftballon gefunden haben.

Einzelne Gruppen legen mehr Wert auf die Frage, welchen Sinn, welche Botschaft dieser Ballon für die Gemeinschaft der Ortsbewohner haben mag. Und so bilden sich ideologische Gemeinschaften. Manche in Richtung Philosophie, manche in Richtung Religion. Längst treffen sich die Diskussionsgruppen nicht mehr auf Plätzen und in Gaststätten. Sie haben eigene Räumlichkeiten geschaffen, um sich ungestört über ihre Sicht in Bezug auf den Heißluftballon austauschen zu können. Während die einen weiter über manch praktische Aspekte bezüglich des Heißluftballons diskutieren fangen andere an diesen zu verehren. Ja sogar in ihm eine Botschaft Gottes oder gar in ihm selbst einen Gott zu erkennen.

Und wie es unter uns Menschen so ist, beginnen auch Dispute, Konflikte und Feindschaften um die Frage des Heißluftballons vor der Ortschaft. Es wird immer schwieriger in der Ortschaft. Hat die Sache mit dem Heißluftballon Anfangs noch die Ortsbewohner vereint, so trennt sie diese nun mehr und mehr.

Nachdenklich stehe ich mitten unter dieser Ortsgemeinschaft und staune, was die Botschaft vom Heißluftballon vor dem Ort so alles ausgelöst hat. Mir hört eigentlich keiner mehr zu. Dabei habe ich doch nur die eine Frage: Wer denn mitkommen will, um sich den Heißluftballon vor der Ortschaft anzusehen und dort zu erfahren, wie er aussieht, wie er funktioniert und eventuell sogar mal eine Fahrt mit ihm zu riskieren.
Ich denke bei mir, dass all diese Diskussionen, Dispute und was noch alles entstanden ist, hinfällig wären, würden wir einfach hingehen und nachsehen.

Wir können alles mögliche mit der Botschaft machen, die uns über Gott gebracht wird. Doch bevor wir uns in Religionen und all dem daraus folgendem verlieren, wie wäre es, Gott selbst anzusprechen und direkt von Ihm zu erfahren, wie Er ist. Das geht nicht? Sehen sie, nun reden sie schon genauso wie dieser Agnostiker, den ich eben noch gehört habe. Sie machen gerade denselben Fehler wie er und auch so viele, die lieber Religion oder Ideologien leben, als einfach zu Gott zu gehen und selbst nachzuschauen.
Ich habe das bereits vor 40 Jahren getan. Ich kann nicht sagen, dass ich Gott nun durch und durch erkannt hätte oder ihnen Gott beweisen könnte. Das will ich auch garnicht tun. Ich habe für mich erkannt, dass schon viele Andere auch zu Gott gegangen sind und viel von dem, was, zum Beispiel in der Bibel, von Gott berichtet wird, sich mit dem deckt, was ich bei Ihm erfahre. Ich will nun nicht unbedingt, dass sie über Gott das glauben, was ich glaube. Ich will sie nur darauf hinweisen, doch selbst einmal nachsehen zu gehen. Ich hab es wieder und wieder getan und habe Ihn gefunden. (Oder sollte ich eher sagen, Er hat mich gefunden?) Um Gott zu finden, müssen sie nicht einmal ihre Ortschaft verlassen. Denn Gott ist ihnen nicht fern. Sie sollten sich einfach mal zu Ihm hinwenden, hinschauen und hinhören.

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