Auf Grundlage der Apostel und Propheten

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Bibel
© by Charly Lücker

In der heutigen Zeit begegnen uns unter den Christen wieder zunehmend Prediger und Pastoren, die für sich ein „Amt des Apostels“ oder ein „Amt des Propheten“ in Anspruch nehmen. Das gab es zwar immer wieder, scheint sich zurzeit aber wieder zu häufen.

Epheser 2:20 Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. (Rev. Elb.)

Gerne wird von solchen in Anspruch genommen, dass das NT uns ja sagt, dass die Gemeinde auf der Grundlage der Apostel und Propheten aufgebaut sei und ihnen damit eine besondere Lehrautorität zukomme. Auch nichts neues, kennen wir diesen Anspruch ja z.B. auch aus der rkK.
Doch scheint mir, dass nicht nur hier solche „Apostel und Propheten“ gerne mal ein gründliches Schriftwissen missen lassen. Schauen wir uns also mal an, was Paulus mit der Epheserstelle meint.

Wer schreibt?
Zunächst ist es hier nicht unerheblich zu beachten, wer diese Aussage geschrieben hat. Es war Paulus, welcher nicht als Fischer oder Zöllner in seine neue Berufung als Apostel kam, sondern zuvor gründlich und besonders erfolgreich in Rabbinerschulen gelernt hat. Das wird in all seinen Briefen sehr deutlich. „Auf Grundlage der Apostel und Propheten“ weiterlesen

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Joyner – Gericht über Kalifornien

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Notausgang
© Rike / pixelio.de

Auftritt der Superapostel als Reaktion auf die Katastrophe in Japan:
Rick Joyner, spätestens seit der Pseudoerweckung in Lakeland, bekannt als falscher Apostel und abgehobener Prophet, hat nun in eine Warnung an die Menschen – insbesondere Christen in Kalifornien herausgegeben. Sie sollen Kalifornien verlassen, weil nun das Gericht Gottes über dieses Land kommen würde.

Hier kann man folgendes berichtet finden:
Letzte Woche warnte Joyner, das Erdbeben in Japan wäre ein Zeichen das der „dämonische Narzismus“ in den Vereinigten Staaten von Gott verschlungen würde.
Joyner hat danach zwei 30-Minuten lange „special bulletin“ Videos einszwei herausgebracht, um Jedermann davor zu warnen, dass die USA unter Gottes Gericht gefallen sei. Aufgrund dessen dass die Nation so verkommen sei und „böse und verruchte“ Atheisten gestatte Gott aus dem öffentlichen Leben zu entfernen. So sei es nun unvermeidlich, dass ein massives Erdbeben Kalifornien zerstören wird. Joyner rät dringend Jedermann Kalifornien zu verlassen:

Hier seine Videobotschaft: „Joyner – Gericht über Kalifornien“ weiterlesen

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Die Suche nach dem persönlichen prophetischen Wort

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Gott hat seinen Jüngern unter anderem die prophetische Gabe gegeben – nicht allen aber doch auch nicht wenigen. Das tat er aus guten Gründen. Nach meiner Überzeugung ist Gott auch heute noch in dieser Art in seinem Leib aktiv. Und ich stimme dem Wort zu:
1 Thessalonicher 5:19 Den Geist löscht nicht aus! 20 Weissagungen verachtet nicht, 21 prüft aber alles, das Gute haltet fest! (rev. Eelb.)

Neben dem, dass Gott zu seiner Gemeinde auch durch die prophetische Gabe redet, finden wir auch, dass er zu einzelnen Menschen persönlich so durch Dritte redet. Gott will mit uns in einen dynamischen Dialog treten und dazu wählt er verschiedene Wege. Eine sehr schöne Sache, will ich meinen.

In den vielen Jahren (nahezu 30 nun) in denen ich mit der konkreten Umsetzung der prophetischen Gabe im Leib Christi zu tun habe beobachte ich, dass der Anteil der persönlichen prophetischen Worte wesentlich höher zu sein scheint, als das, was Gott so zu ganzen Gemeinden redet. Das macht mich nachdenklich, denn das sagt auch viel über uns und unsere Beziehung / Haltung gegenüber Gott aus.

Zunächst betrachten wir mal die Qualität der vielen persönlichen prophetischen Worte.
Da kommen wir auf ein eigentlich trauriges Ergebnis. Genau hingesehen ist das meiste, was dort „prophetisch“ geäußert wird, kaum oder garnicht prophetisch. Nicht weniges davon ist lediglich Ausdruck des Herzens des „prophetischen“ Redners. Das ist nicht wirklich so schlimm, wie mancher jetzt evtl. denken mag. Es hängt eben viel davon ab, wie wir damit umgehen.
Dann ist vieles, was da mitgeteilt wird oft so unscharf, dass man unmöglich beurteilen kann, ob es nun prophetisch ist oder nicht oder in wie weit es das ist.
Ok, niemand wird als Prophet geboren. Klar bedarf es guter Lehre und ein gutes Maß an Vertrautheit mit Gott und auch Übung, damit diese Gabe in ihrer individuellen Ausübung geschärft wird. Daher ist es Verständlich, wenn so manches prophetische Wort (noch) nicht so scharf oder so ungetrübt durch den prophetisch Redenden selbst ist. Dafür sollen wir uns ja im geschützten Raum unserer Versammlungen darin üben.
1 Korinther 14:1 Strebt nach der Liebe; eifert aber nach den geistlichen Gaben, besonders aber, daß ihr weissagt! (rev. Eelb.)

Dennoch ist es wichtig, dass wir einen nüchternen Blick auf all das prophetische Geschehen unter uns bewahren. Leider tun sich da nicht wenige sehr schwer mit. Obwohl wir klar aufgerufen sind, alle prophetischen Worte zu prüfen (egal wer von uns sie weitergibt), empfinden doch manche eben diese Prüfung als Infragestellung der Person des prophetisch Redenden. Nicht nur dass diese Meinung nicht gut und eher unreif ist, eine solche Haltung vergiftet zudem die gute Gabe Gottes. Bei allem Prophetischen geht es zentral um Gott und was er zu uns reden will und nur ganz ganz am Rande um den, der dieses Reden Gottes weitergibt. Hier ist zu oft der Fokus verschoben und wir sollten unter uns daran arbeiten solches abzulegen.
Ich nehme mich selbst hier absolut nicht heraus! Obwohl oder gerade weil ich nun lange Jahre Übung und Praxis in der Ausübung dieser Gabe habe, bin ich mir bewusst, wie wichtig es ist, dass jedes prophetische Wort geprüft wird.
Dabei können wir als Weitergebende sehr entspannt sein: haben wir Gott richtig gehört, so wird er selbst das Weitergegebene auch bestätigen. Fällt das eine oder andere, schon von uns gedeutete oder hinzugefügte, heraus, wird nur das wahre Reden Gottes um so deutlicher. Was wollen wir mehr?

Primärer und sekundärer Dialog.
Der Umstand, dass der Anteil der persönlichen prophetischen Worte so enorm hoch ist, hat mich nachdenklich gemacht. Eigentlich ist die prophetische Gabe ein sekundäres Instrument des Dialogs, den Gott mit uns führen möchte. In der Regel geht dieser Dialog über Dritte und neigt dazu unscharf und oft undeutlich zu sein. Der direkte Weg, von Gottes Herz zu unserem Herz ist der primäre Weg, wie Gott mit seinen Kindern kommunizieren möchte. Dennoch gibt es viele Aspekte und Gründe warum das noch, trotzdem oder zeitweise nicht so gut funktioniert. Hier ist das prophetische Wort sehr hilfreich.

Nachdenklich macht es, wenn man beobachtet, wie sehr es manchen Christen nach einem persönlichen prophetischen Wort verlangt, wenn Propheten oder prophetisch Begabte unter uns sind. Ich befürchte dass dieser Umstand auch ein Ausdruck unserer gestörten Kommunikation mit unserem Gott ist. Oft sicherlich auch ein Sehnen nach Zuspruch und Trost in bestimmten Zeiten unseres Lebens. Auch wenn wir eigentlich wissen, wie Gott zu uns steht, kann ein solches zusätzliches prophetisches Wort sehr gut tun. Das ist wohl so ähnlich wie bei Liebespaaren: auch wenn sie wissen, dass der andere sie liebt, tut es gut es nochmal zu hören. Da Gott ein herzlicher Liebhaber seiner Kinder ist – warum sollte er dann nicht auch immer wieder so seine Liebe bekunden?

Leider habe ich aber auch Verhaltensmuster im Leib Christi beobachten müssen, die mich traurig machen. So musste ich zu oft miterleben wie aus der prophetischen Gabe mehr oder weniger eine Art Wahrsagerei gemacht wurde und wird. Da gibt es „Propheten“ die schon vor ihrem Kommen in eine Gemeinde die Namen derer bekommen möchten, denen sie mit ihrer Gabe dann dienen wollen. Wenn sie dann da sind geben sie erst eine Menge von dem preis, was „Gott ihnen über die Person offenbart“ habe, um dann ein Wort für die Zukunft derselben weiterzugeben. Beeindruckend – aber leider können das auch div. Varieteekünstler, ganz ohne prophetische Begabung. Wozu, bei genauer Betrachtung, soll das auch gut sein? Um den Propheten und seine Gabe zu bestätigen? Sind wir in unseren Versammlungen derart mit der prophetischen Gabe unterversorgt, dass wir soetwas bräuchten? Und wenn dem so ist, warum streben wir nicht eher danach unter uns diese Gabe zu pflegen? Eben so wie es Paulus uns im 1.Kor. 14 sagt.
Oder es kommen Propheten mit noch spektakuläreren Auftritten, um ihren „prophetischen Worten“ noch mehr Nachdruck zu verleihen. Ich verzichte hier jetzt auf weitere Beschreibungen dessen – Beispiele davon sind leider nur allzu bekannt.
Was noch schlimmer ist, ist der Umstand dass immer mehr außerbiblische, teils okkulten Dinge als angebliche „Prophetie“ in unseren Versammlungen Raum gewinnen. Dinge, die vor nicht allzu langer Zeit klar als esoterische Dinge erkannt wurden, finden heute Zugang in unsere Gottesdienste. Aber darüber wollte ich hier jetzt eigentlich nicht weiter schreiben – daher vertiefe ich das nicht weiter.

Worum geht es Gott mit der prophetischen Gabe und worum geht es uns dabei?
Das ist die Frage, der wir uns stellen müssen. Dem sollten wir uns stellen, denn wenn wir diese Fragen bewegen, wird Gottes Gabe unter uns schärfer und reiner werden. Gottes Präsenz in seinem Leib wird dann offenbar und wir könnten wohl mehr als heute das sehen, wovon Paulus sprach:
1 Korinther 14:24 Wenn aber alle weissagen und irgendein Ungläubiger oder Unkundiger kommt herein, so wird er von allen überführt, von allen beurteilt; 25 das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er auf sein Angesicht fallen und wird Gott anbeten und verkündigen, daß Gott wirklich unter euch ist. (rev. Elb.)

Ich habe für mich erkannt, dass es Gott lieber ist, wenn er von Herz zu Herz mit mir kommunizieren kann und nur in bestimmten Fällen durch einen Prophet zu mir zu reden. Vermittelt mir Jemand ein prophetisches Reden Gottes für mich, so darf ich es entspannt in meinem Herzen prüfen und darauf vertrauen, dass Gott das herausfiltern wird, was er dadurch zu mir sagen wollte. Ich werde mich auch nicht wieder in eine Warteschlange stellen um von einem Propheten ein Wort für mich zu erhalten. Weiß ich doch, dass wenn dies ein echter Prophet Gottes ist und Gott mir durch ihn etwas zu sagen hat, Gott dafür sorgen wird dass dieser Prophet sich zu mir wendet.
Was mich noch mehr begeistert ist, dass Gott solche, die die prophetische Gabe nicht haben oder nicht so darin geübt sind, auch an der prophetischen Gabe anderer, gereiften Propheten Anteil haben lässt. So können wir erleben, dass tatsächlich die körperliche Nähe eines oder mehrerer Propheten die prophetische Gabe auch bei Dritten zeitweise ansteigen lässt. Ein Beispiel davon lesen wir beim König Saul, der unter den Prophetenschülern weilend auch weissagte – ansonsten aber nie solches tat. (zB 1. Sam. 10:11) Ich habe das selber in der Schulung durch einen Propheten erleben können und habe seitdem öfter anderen dabei behilflich sein können, selbst einen prophetischen Eindruck oder ein prophetisches Wort zu empfangen. Meine Aufgabe war und ist es dabei dem Fragenden dabei zu helfen in seinem Herzen das Reden Gottes zu hören. Wenn dies möglich ist, brauchen diese kein weiteres prophetisches Wort durch mich vermittelt. Gott ist in diesem Geschehen so treu, dass es mich immer wieder zum Erstaunen bringt. Das schönste dabei: ich selbst als Prophet oder prophetisch Begabter trete dabei in den Hintergrund – so wie es sein sollte.

Mein Wunsch ist es, dass die prophetische Gabe mehr und mehr geschärft und gereift unter uns aktiv ist. Mein Wunsch ist aber noch viel mehr, dass die prophetische Gabe dazu dient die Christen in eine solche Beziehungsqualität mit Gott zu führen, dass die prophetische Gabe nicht mehr das Schwergewicht unter uns hat, wie sie es (leider) in manchen Kreisen von uns Christen hat. Eben das, was wir hier lesen:
Epheser 4:11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, 12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. (rev. Elb.)

Lasst uns also die prophetische Gabe nicht verachten und uns nach Weissagung ausstrecken – so wie es Paulus uns rät. Lasst uns aber auch abtun, was nicht aus Gott ist, oft nur allzu menschlich ist oder gar die gute Gabe Gottes lästert.

Charly

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Der fünffältige Dienst: Aufgabe oder Amt?

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Der Artikel von Frank Viola ist interessant und lohnenswert zu überdenken. Kann man denn seine Gedanken so stehen lassen? Sicherlich provoziert er mit seinen Thesen, was zumindest zu einem ergiebigen Austausch anregen kann.

Interessant ist es schon mal, dass die Lehre über den fünffältigen Dienst gerade mal 180 Jahre alt ist – wird doch immer gesagt, es wäre eine originale Lehre der Bibel. Sicherlich muss man berücksichtigen, dass diese Auslegung von Eph. 4:11-13 immer auch aus einem hierarchischen Leitungsverständnis erfolgte. Es wurden also Titel für Menschen gesucht, die ganz Oben in der Pyramide, direkt unter Christus selber anzusiedeln wären. Zu Auslegungsschwierigkeiten kommt man schon wenn man Eph. 2:20 hinzuzieht:
Epheser 2:20 Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist.
Hier haben wir „nur” Apostel und Propheten, nicht aber die anderen Dienste aufgezählt. was bedeutet das aber? Das diese zwei Ämter in der Riege des fünffältigen Dienstes noch mal höher gestellt sind? Oder gibt es in der Deutung des fünffältigen Dienstes nicht doch Gedankenfehler?

Ich stimme Frank Viola hier zu, wenn er schreibt:
„Die Auferstehungsgaben aus Epheser 4 sind „begabte Menschen“, die dem Leib Christi als normaler Auswuchs gegeben wurden – sie sind das Produkt eines authentischen Gemeindelebens. Das ist auch der Fall mit allen anderen Gaben, die im Neuen Testament erwähnt werden.”
Es ist sehr bedenkenswert, dass diese Gaben an den Leib Christi Ergebnis eines normalen Reifewachstums der Gemeinde ist. Dies birgt in sich die Frage, ob denn diese Dienste unbedingt von einzelnen, besonders begabten Christen ausgeübt werden müssten, oder ob sie nicht vielmehr auch in einer gesunden Gemeinde schlicht geschehen, ohne dass dadurch bestimmte Menschen besonders hervorgehoben würden. Wir lesen im NT durchaus von Aposteln und Propheten – wobei die Propheten recht selten namentlich angeführt sind und auch die Namen vieler Apostel uns verborgen bleiben. Namen von Hirten und Lehrern, sowie ausgesprochenen Evangelisten bleiben uns, bis auf einzelne Ausnahmen auch verborgen. So finden wir in Apg. 21:8 Philippus als Evangelisten und seltsamerweise wird auch Timotheus von Paulus in 2.Tim. 4:5 aufgefordert das Werk eines Evangelisten auszuüben, wo man doch gerade in ihm eher den klassischen Hirten und Lehrer vermuten sollte – wird er von Paulus doch auch zu diesen Diensten ermuntert.
Wo aber sind die zahlreichen Evangelisten, Hirten und Lehrer die der junge Leib Christi damals so dringend bedurfte? Sicherlich waren sie vorhanden, aber es war den Schreibern des NT selten wert, diese auch namentlich zu erwähnen. Es ging um den Dienst, der getan werden musste und auch getan wurde, nicht um die Menschen!
Das Paulus und Barnabas in Antiochien zu den Propheten und Lehrern gezählt wurden (Apg. 13:1) ergab sich schlicht aus dem Dienst, den sie taten, ohne dass sie dazu speziell in ein Amt eingesetzt werden mussten. Als sie dann in Jerusalem ausgesandt wurden, wurden aus ihnen nun Apostel – eben genau das was der griechische Begriff „apostolos” – Apostel auch meint: Ausgesandte. (Aus den Strongs: apostolos – allg.: ein Abgesandter, der Bote, der Delegat, jemand der mit einem Befehl und einer bestimmten Aufgabe ausgesandt wird: Christus selbst sowie Boten Gottes oder Abgesandte der christlichen Gemeinden.)
Heute hätten wir sie wohl Missionare genannt. Ein Apostel ist also Jemand, der von Jemanden zu einem bestimmten Zweck ausgesandt wurde. Apostel zu sein trägt in sich also noch kein Gütesiegel. Der Aussendende oder die aussendende Gemeinschaft gibt erst in ihrer Auswahl des Auszusendenden eine gewisse Qualitätsvorgabe. Und der Ausgesandte steht stellvertretend für den oder die Aussender, wirkt also in der ihm gegebenen Vollmacht..

Paulus und Barnabas wurden zweifach ausgewählt um ausgesandt zu werden: zunächst vom Heiligen Geist und daraufhin von den Jerusalemer Aposteln. So wirkten sie im Namen und der Vollmacht Gottes und der Apostel in Jerusalem.

Zitat:
Insgesamt benennt das Neue Testament 20 Gaben (Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer, Wort der Weisheit, Wort der Erkenntnis, Glaube, Weissagung, Heilung, Unterscheidung der Geister, Wunderwirkung, Sprachen, Auslegung der Sprachen, Hilfeleistung, Administrieren, Dienen, Ermutigen, Geben und Barmherzigkeit.)

F. Viola zählt 20 Gaben im NT auf und zählt die Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer zu den Charismen. Ist das so korrekt?
Zunächst stellt man in der Aufzählung fest, dass alle anderen Gaben persönliche Gaben sind. Gaben, die einer Person gegeben wurden. Wenn man aber die fünf Gaben aus Eph. 4:11 betrachtet sind dies eher Aufgaben die im Leib Christi ausgeübt werden sollen. Es bleibt nicht ersichtlich warum F. Viola hier dann nicht auch z.B. Älteste und Diakone mitaufgezählt hat. Andere Autoren zählen wiederum mehr wie 20 Gaben im NT auf, was auch nicht von der Hand zu weisen ist.

Ich denke auch, dass Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer von Gott der Gemeinde gegeben wurden. So wie es Eph. 4:12 + 13 sagt:
Epheser 4:12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi.

Das macht sie aber nicht den Charismen / den Gnadengaben gleich. Hier sind nicht Befähigungen aufgezählt, hier sind meiner Meinung nach Dienste aufgezählt.
Ich stimme aber hier F. Viola wiederum zu, dass eine gesunde Gemeinschaft in Christus auch die begabten Personen hervorbringen wird, die diese Dienste tun werden. Oft genug habe ich auch miterleben können, wie Gott Gemeinden an einem Ort solche Menschen hinzufügte, damit auch hier Gemeinde gesund gedeihen kann. Letztlich haben dies auch die Apostel und auch Paulus mit z.B. Timotheus getan.

Wenn also F. Viola feststellt, dass die von ihm beobachteten Apostel „sehr selbstzentrierte Personen, fixiert auf ihre eigene Wichtigkeit” gewesen seien, weil sie von bestimmten Institutionen ausgesandt wurden, mag man fragen ob das bei den Aposteln zur Zeit des NT wirklich so anders war? Längst nicht alle Gläubigen der damaligen Zeit waren von Allem überzeugt, was aus Jerusalem kam. Auch Paulus mag man eine gewisse Selbstverliebtheit vorgeworfen haben und zuletzt haben sich die meisten der von ihm gegründeten Gemeinden abgewandt. Stellen wir deshalb schon Paulus als Apostel in Frage?

Nicht verwunderlich ist hingegen, dass Apostel so Gemeinde bauen, wie sie es in ihrer Gemeinschaft gelernt und als Richtig befunden haben.

Gemeindepraktiken, gewurzelt in heidnischen Traditionen

F. Viola verweist auf sein Buch, in dem er aufzeigt, dass die meisten unserer Gemeindepraktiken keine Grundlage im NT haben und heidnische Wurzeln hätten. Daraus schließt er, dass die heutigen Apostel Gemeindestrukturen bauen, die verhindern dass die Leitung Jesu Christi geschehe.
Ich habe das Buch nicht gelesen, frage mich aber, woher er denn die Sicherheit nimmt, dass alle Möglichkeiten des Gemeindebaus abschließend im Wort Gottes aufgelistet seien? Ist denn Gott so sehr an Formen gebunden, dass sein Geist nicht auch über Strukturen hinweg in demütigen Christen wirken könne?
Wenn er sich so stark abgrenzt, stellt er sich hier dann nicht auch unter das Urteil des von ihm selbst zuvor zitierten Bibelverses: „Wer sich absondert, sucht sein Begehren, gegen alle Umsicht platzt er los“ Sprüche 18,1 ?
Mit welcher Sicherheit weiß er denn, dass er so deutlich bessere Erkenntnis hat, wie die anderen Christen, die ebenfalls demütigen Herzens Gott um Rat und Weisheit ersuchen?
Ich werde recht skeptisch, wenn Jemand so pauschal alles Andere als seine eigene Erkenntnis aburteilt. Wobei ich nicht behaupten will, dass dies mir nicht passieren könnte.

Die eigentliche Wirkungsweise der fünf Dienste

Hier stimme ich F. Viola zu, dass alle diese Dienste Vervielfältigungsdienste sind. Also keine Dienste um ihres selber Willens, oder um besondere Menschen zu zelebrieren, sondern Dienste, die angelegt sind sich mehr oder weniger zu multiplizieren. Überhaupt sind Leitungsdienste in der NT-Gemeinde darauf angelegt, die Gläubigen selber zu befähigen und nicht alle möglichen Aufgaben an einzelne Personen zu bündeln. Die Fähigkeit zur Delegation muss eines der grundlegenden Befähigungen von Leitern im Leib Christi sein. Es muss solchen Leitern gefallen die Gläubigen in ihren Begabungen wachsen zu sehen und es muss ihnen eine Lust sein, andere Christen in diesem Wachstum zu begleiten. Diese Lust wird darin sichtbar, indem solche Leiter Andere ins Licht der Öffentlichkeit stellen und nicht sich selber darstellen. Ein guter Leiter tut nicht alles selber, er leitet Andere darin an, diese Aufgaben zu tun. Wenn er selber Aufgaben ausübt, tut er dies in vorbildhafter Weise, so dass Andere darin ein Beispiel finden. Dies scheint für mich eins der hauptsächlichen Aufgaben der fünf Dienste zu sein. Es gilt dadurch zu leiten, indem man Überzeugt und nicht indem man Herrscht. Dem entspricht auch F. Violas leidenschaftlicher Appell gegen hierarchische Leitermodelle.

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