Gemeinde: Beziehungsstatus – es ist kompliziert

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Einsame Beterin
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Heute reblogge ich einen Artikel von Katha von Dessien mit der Überschrift:
„Gemeinde: Beziehungsstatus – es ist kompliziert / Eine Hass – Liebeserklärung an die Kirche.“

„Was redest du da? Die Harry Potter Bücher sind viel besser als die Filme! Sag mir, welche Szene, und ich kann dir genau erklären, wie sie sich vom Original unterscheidet.“ Seit einer Stunde bereits sitze ich hier mit Malte (Name geändert) und diskutiere über Themen, die weit außerhalb meiner Welt liegen. Malte ist Teil von „Unterwegs“, einer Studentengruppe, in der ich mitarbeite: „Gemeinde: Beziehungsstatus – es ist kompliziert“ weiterlesen

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Rick Warren über „freistehende“ Gläubige

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© christart.com
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Nun sah sich auch Rick Warren von der Saddleback-Church in Amerika dazu aufgefordert seine Sicht über Christen darzustellen, die sich aus den inst. Gemeinden verabschiedet haben. Das Ergebnis ist wenig überraschend, bemerkenswert aber in seiner Dynamik:

zu finden unter www.christiantoday.com und hier das Original.

Hier meine Übersetzung:

Zitat:
Rick Warren sagt Satan liebt „freistehende“ Gläubigen, weil sie wehrlos sind

Wenn es Menschen gibt die Satan gefallen, gemäß Rick Warren von der Saddleback Church, dann sind es die „freistehenden“ Gläubigen. Denn das sind Menschen, die er leicht einfangen kann.
„Satan liebt freistehende Gläubige, nicht verbunden mit dem Leben des Leibes, isoliert von Gottes Familie und die sich nicht geistlichen Leitern gegenüber verantworten, weil er weiß, dass sie wehrlos und machtlos gegen seine Taktiken sind“, schrieb er auf seiner Website.

„Rick Warren über „freistehende“ Gläubige“ weiterlesen

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Buch: „Das Cafe“ von Thrall/McNicol/Lynch

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Buch
© Charly Lücker

Vor Kurzem wurde ich auf den Roman „Das Cafe“ (Originaltitel: „Bo’s Cafe“), erschienen 2010 bei GerthMedien, aufmerksam gemacht. Das amerikanische Original kommt 2009 aus dem Hause „Windblown Media“ aus dem auch „Der Schrei der Wildgänse“ und „Die Hütte“ stammen. Das war mit ein Hauptgrund, warum ich neugierig auf diesen Roman war. Unter anderem auch, weil die vorherigen Romane nicht nur Erzählungen, sondern auch eine angenehme Wissensvermittlung in Bezug auf das christliche Glaubensleben waren. Dies versucht dieser Roman auch.

Inhalt: Steve Kerner hat einen hochbezahlten Job und Familie. Doch in beidem läuft es nicht wirklich gut. In seiner Ehe ist das Klima so angespannt, dass es ihn nach der Arbeit nicht wirklich nach Hause zieht. So landet er in der, jetzt heruntergekommenen, ehemaligen Stammkneipe seines Vaters. Dort spricht ihn Andy, ein exzentrischer älterer Mann, an und dieser scheint sehr viel von ihm zu wissen. Mit diesem kommt Steve später in Bo’s Cafe an, wo er auf eine Gruppe eigentümlicher Christen trifft. Mit der Hilfe von Andy und diesen Christen bekommt Steve einiges wieder in den Griff, indem er dort lernt, was Gnade Gottes eigentlich bedeutet.

Ich äußere mich aus der Sicht eines Christen, der nun schon seit geraumer Zeit „einfache Gemeinde“ lebt und als christlicher Lebensberater zu dem Inhalt dieses Romans. In beiden Fällen bin ich an echter, authentischer Gemeinschaft unter Christen und auch der Vermittlung der Gnade Gottes interessiert.

Nun zu einzelnen Aspekten des Romans (Achtung! Spoileralarm): „Buch: „Das Cafe“ von Thrall/McNicol/Lynch“ weiterlesen

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Charisma- gemeindelose Christen?

Lesezeit: 5 Minuten
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In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Charisma – come Holy Spirit“ ist das Titelthema „Gemeindelose Christen?“ Ein Grund für mich hier darauf hinzuweisen und ein paar Worte darüber zu verlieren.
Ich war positiv überrascht zumeist recht positive Artikel über die Christen zu finden, die in zunehmender Menge ihr Leben als Christ außerhalb institutioneller Gemeinden leben.

Gerhard Bially, der Herausgeber der Charisma, schreibt im Editorial u.a.:
Die ganze Sache ist einerseits besorgniserregend, enthält aber auch ein Erneuerungspotenzial. In der vorliegenden „Charisma – come Holy Spirit“ möchten wir diesen Querdenkern eine Stimme verleihen.

Auf Seite 9 schreibt Emmerich Adam u.a.:
Als wir während einer Redaktionssitzung diese Ausgabe vorbereiteten, nannten wir das Titelthema salopp „Gemeindelose Christen“. Bei der näheren Beschäftigung mit dem Thema merkten wir: Es geht um etwas anderes …

Zunächst steigt er in das Thema mit den gängigen Vorurteilen ein, die es über Christen außerhalb institutioneller Gemeinden so gibt.
Christen, die persönlich an Jesus glauben, beten, die Bibel lesen und sich Predigt-Videos im Fernsehen oder Internet anschauen – dies alles aber allein für sich „im stillen Kämmerlein“ tun. Mit anderen Christen pflegen sie keine verbindliche Gemeinschaft. Vielleicht gehen sie von Zeit zu Zeit auf eine Konferenz, ab und zu besuchen sie vielleicht sogar einen Gottesdienst ihrer Wahl, aber es bleibt punktuell und unverbindlich, tiefere Beziehungen zu Mitchristen werden dabei nicht eingegangen. „Charisma- gemeindelose Christen?“ weiterlesen

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heilige Begegnungen?

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cafeszene
© N.Wegner / pixelio.de

Ich bin immer wieder mit Christen zusammen. Nicht nur Christen aus Hausgemeinden oder einfachen Gemeinden. Natürlich auch mit Christen, die in institutionellen Gemeinden sind. (Also das, was allgemein „Gemeinde“ genannt wird.) Immer wieder spüre ich, dass die Art des Zusammentreffen bei so vielen Christen bestimmten Bewertungen unterliegt. Das waren dann wichtige Treffen, diese weniger wichtige, solche tragen in sich mehr „Heiligkeit“ wie wieder andere….

Ist es nicht so, dass bestimmte Elemente oft erwartet werden um ein Zusammentreffen von Christen als ein vollwertiges Gemeindetreffen zu werten? Was darf dabei nicht fehlen? Muss die Gitarre ausgepackt werden und wenigstens zwei Anbetungslieder gesungen werden? Muss ein solches Treffen in bestimmten (mehr sakraleren) Räumlichkeiten stattfinden? Wird ein Treffen von Christen erst dann zu einem Treffen der Gemeinde, wenn man zusammen betet oder gemeinsam in der Bibel gelesen hat? Oder müsste eine bestimmte Mindestanzahl von Christen in dem Treffen sein, damit es ein Treffen der Gemeinde gewesen sein kann? Reichen da nicht zwei oder drei? Was macht ein Zusammentreffen von Christen eigentlich zu einem heiligen Moment? „heilige Begegnungen?“ weiterlesen

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EGL-Podcast: Programme oder Gemeinschaft

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(Erst wenn sie das Video anklicken, wird es von youtube geladen und Daten werden gesendet. Mit dem anklicken des Videos, stimmen sie dem zu. Dazu die Datenschutzerklärung von Google)
EGL-Podcast
© Charly Lücker
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Just think about II

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Denker
© by Charly Lücker

Missionale Gemeinde, ProChrist 2009, Das Kreuz mit dem Kreuz

Wieder bewegt mich das Eine und Andere. Und wieder mal denke ich hier laut vor mich hin…….

Missionale Gemeinde
Wie in verschiedenen christlichen Blogs unübersehbar gab es letzte Woche in der Schweiz, in Aarau, ein Kongress „Zukunft gestalten“ mit Michael Frost aus Australien. Ich war nicht da, habe aber die Vorträge nachgehört. (Hier die Downloadmöglichkeit beim IGW.)

Ich muss sagen, ich bin erstaunt. Große, bedeutsam wirkende Worte und Ausführungen für etwas, was eigentlich so einfach sein sollte: Statt Gemeinde / Kirche um den Gottesdienst herum zu bauen sollte die Gemeinde / die Christen besser dorthin gehen, wo Jesus schon immer anzutreffen war: zu den Menschen. Etwas, was mich seit geraumer Zeit bewegt. „Just think about II“ weiterlesen

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Der Schrei der Wildgänse

Lesezeit: 2 Minuten
© Verlag Gloryworld

Autoren: Wayne Jacobsen / Dave Coleman
Erschienen bei: GloryWorld-Medien

Es ist ein herausragendes Buch. Nicht nur, weil es schwer zu sagen ist, was es nun eigentlich ist, ein Roman, ein Lehrbuch, oder ein lehrreicher Roman. Es ist einfach die Geschichte von Jake, dem Co- Pastor einer gut laufenden Gemeinde, die er mit gegründet hat. Dennoch ist Jake mit seinem Glaubensleben unzufrieden und sucht den Grund dafür. Da begegnet er John, einem mysteriösen Mann, der immer wieder in wichtigen Momenten seines Lebens auftaucht und ihn über die Frage, was es wirklich bedeutet aus Glauben in Gemeinschaft mit Gott zu leben, ins Nachdenken bringt. So manches in Jakes Leben verändert sich und er erlebt turbulente, umwälzende Zeiten.

Dieses Buch belehrt nicht in erster Linie, sondern hinterfragt immer wieder. Wer hier eine Antwort sucht, wie man es denn nun mit dem Glauben richtig macht, wird enttäuscht. Auch eine Methode wie man richtig Gemeinde bauen und leben soll, wird in dem Buch nicht wirklich aufgezeigt. Dafür findet der Leser viele Anregungen, eigene Gedanken zu entwickeln und sich auf den Weg zum Kern des Lebens mit Gott zu machen. Nicht einmal der Entschluss Jakes, eine Hausgemeinde zu starten, ist die Antwort auf seine Suche. Im letzten Kapitel wird der Leser davon überrascht, dass Jake nun wieder versöhnter mit den Gemeindestrukturen umzugehen lernt, die er einst verlassen hat.

Dieses Buch ist für mich eines der seltenen Bücher, die ich jedem empfehlen möchte, der auf der Suche nach dem echten Glaubensleben ist. Viele Reaktionen bestätigen, dass es das Potential enthält nicht nur Jakes Leben sondern auch das der Leser zu verändern. Eine Veränderung zu dem, was wirklich das Evangelium genannt werden muss: eine reale und lebendige Gemeinschaft mit unserem Gott, ungestört durch Formen und Gesetze und doch in überzeugter Verbindlichkeit mit anderen.

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Hemmnisse beim Start von einfachen Gemeinden

Lesezeit: 8 Minuten

In Gesprächen mit Christen, die über Hausgemeinden nachdenken, stelle ich immer wieder fest, dass oft sehr simple Dinge einem Start einer einfachen Gemeinde oder Hausgemeinde im Wege stehen. Oft sind es nicht einmal theologische Bedenken, die die Gründung verhindert.
Hier ein paar Beispiele die genannt wurden:

Das Haus öffnen
Tatsächlich ist der Gedanke, einfach einmal ein paar Bekannte (ob nun Christen oder Nichtchristen) zu einem Essen einzuladen oder dies gar regelmäßig zu tun, für Manche eine fast unüberwindliche Hürde. Nicht dass sie das nicht tun wollten oder es nicht zu genießen wüssten, wenn sie eingeladen werden. Nein, wenn sie selber die Einladenden sein sollen, steht ihnen ihr eigener Sinn für (ihre Vorstellung) von Gastfreundschaft im Wege. Für Manche bedeutet eine Einladung an zwei, drei andere zu einem gemeinsamen Abendbrot, ein Planungs- und Arbeitsaufwand von mehreren Tagen. Sie haben es nie gelernt entspannt und flexibel ihr Haus für Besucher zu öffnen.
Meine Empfehlung:
Wagen sie den Sprung ins kalte Wasser. Evtl. gemeinsam mit einem anderen Christen zusammen. Entlassen sie sich selbst aus der Hauptverantwortung und geben sie Gott und ihren Gästen die Möglichkeit an solchen Abenden gestalterisch mit tätig zu sein. Fragen sie nach, ob der eine oder andere Gast auch etwas zu dem Essen beitragen will, ob Jemand beim Abwasch helfen möchte, etc. IdR sind die meisten gerne bereit etwas beizutragen, ja so manchen entlastet das auch von dem schlechten Gewissen, es sich auf Kosten des Gastgebers gemütlich gemacht zu haben.
Gerade die Treffen der einfachen Gemeinde sollen durch die gemeinsame Gestaltung geprägt werden. Das beschränkt sich nicht alleine auf die Frage der geistlichen Dienste, sondern betrifft auch all das, was den Rahmen schafft.

Angst um bestehende Beziehungen
Ein solches regelmäßiges Treffen in den privaten Häusern wirkt auf Manche für ihre familiären Beziehungen bedrohlich. Wird das regelmäßige Zusammenkommen von Christen im eigenen Haus / in der eigenen Wohnung gewohnte Abläufe der Familie stören? Evtl. empfindlich in die Privatsphäre der Familienmitglieder einbrechen? Oder werden die Nachbarn sich daran stören?
Manche haben bereits zu zweit oder zu dritt solche regelmäßigen Treffen und scheuen nun davor zurück, diese auch für andere regelmäßig zu öffnen. Aus Angst davor, dass diese gewonnene Freundschaft darunter zerbrechen könnte oder sie dieser gewinnbringenden Treffen beraubt werden könnten.
Meine Empfehlung:
Wie so oft ist der beste Rat den ich hier geben kann, miteinander zu reden. Beziehen sie ihre Familie und Freunde in ihre Überlegungen und Planungen mit ein. Vereinbaren sie zunächst ein paar (zwei, drei) Probetreffen, um zu sehen wie es tatsächlich ist, wenn solche Treffen stattfinden.
Haben sie Angst darum, was ihre Nachbarn denken könnten, reden sie mit diesen. Evtl. laden sie sie sogar zu einem gemeinsamen Grillen oder ähnliches ein.
Vereinbaren sie mit ihrer Familie und Freunden, dass die bestehenden Beziehungen in der Priorität über diese Treffen stehen und dass Jeder zu Jederzeit evtl. Bedenken äußern darf.

Wie gestalten wir die Treffen?
Eine der häufigsten Fragen ist die Frage nach dem Programm des Treffens. Wie läuft soetwas ab? Wer gestaltet die einzelnen Programmpunkte? Was können wir selber tun und was dürfen wir überhaupt tun?
Meine Empfehlung:
Machen sie es so einfach wie möglich. Wagen sie das Experiment einfach mit einem gemütlichen Beisammensein beim Essen zu beginnen und fragen sie die Anwesenden, was sie an einem solchen Abend gerne gemeinsam tun möchten. Erwarten die Besucher tatsächlich ein Programm ähnlich wie in Sonntagsgottesdiensten? Fragen sie sich gemeinsam, ob Gott ihnen nur in solchen Programmen begegnen möchte. Oder könnte es sogar sein, dass Gott mehr Interesse daran hat, dass sie ihr Leben ein Stück weit miteinander teilen, resp. mitteilen? Gibt es Glaubensfragen, die Einzelne schon länger bewegen? Was hat der eine oder andere dazu zu sagen? Usw.
Denken sie auch darüber nach, ob tatsächlich der eine Punkt erst beendet werden muss, bevor der nächste beginnt. Also muss tatsächlich das gemeinsame Essen beendet und der Tisch abgeräumt sein, bevor sie über Glaubensfragen reden?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass selbst das regelmäßige Singen im Lobpreis und Gebet nicht mehr den Schwerpunkt hatte, wie es das normalerweise in Gottesdiensten hat. Das zu tun ist gut. Es dann zu tun, wenn wir es gemeinsam auch tun wollen ist weitaus gewinnbringender und mehr aus ehrlichen Herzen, als wenn es nur der übliche Programmpunkt ist.
Machen sie es sich zur Angewohnheit, dass Jeder, der zu den Treffen kommt, schon im Vorfeld darüber nachdenkt, was er beim Treffen beitragen könnte, etwas vorlesen könnte, eine Frage beisteuern könnte, etc.
Und nicht zuletzt: Trauen sie Gott zu, dass ER durch den Hlg. Geist gegenwärtig sein will und sich auch einbringen möchte. Das es Gott ist, der sie durch diese Abende führen wird.

Was tun, wenn sich Menschen bekehren?
„An wen vermittle ich denn diese Menschen, wenn sie sich tatsächlich bekehren sollten? Wer macht die Nacharbeit und führt sie weiter im Glauben?“ wurde ich gefragt. Hier spüre ich die Prägung der propgrammorientierten Gemeinden und Zweifel an der eigenen Kompetenz.
Meine Empfehlung:
Trauen sie sich selbst und Gott mehr zu! Heutzutage gibt es dermaßen viel Unterstützungsmaterial um Neubekehrte im Glauben weiterzuführen, dass sie das gut gemeinsam tun können. Sie brauchen keinen „Fachmann“. Und wenn doch, warum nicht dann und wann einen einladen? Hier möchte ich auf die apostolischen Dienste verweisen – also auf Diejenigen, die Gott in seinem Reich dazu ausgerüstet hat, auch anderen Gruppen und Gemeinden in bestimmten Dingen zu helfen und dort zu dienen.
Letztlich obliegt die Hauptverantwortung für jeden, der sich zu Gott bekehrt zunächst bei Gott. Wir sind immer nur Christen, die ihre Hilfe und Dienste anbieten können. Der Neubekehrte ist für sich vor Gott verantwortlich, ob und wie er sein Leben mit Gott gestaltet. Das ist auch in programmorientierten Gemeinden nicht anders.
Wenn die Neubekehrten nach anderen Gemeinden oder Programmen fragen, geben sie freimütig Antwort. Bieten sie evtl. sogar ihre Begleitung bei Besuchen anderer Gemeinden an. Vergessen sie nicht, kein Neubekehrter „gehört“ irgendeiner Gemeinde, jeder Christ gehört alleine nur Gott. Vertrauen sie auch hier Gott, dass er seine Kinder zu leiten weiß, sowohl die Neubekehrten wie auch sie, wenn sie konkret vor solchen Fragen stehen.

Wer trägt die Verantwortung?
Ganz schnell bekommen Manche die Frage, wer denn nun die Verantwortung tragen soll. Wer leitet dies alles und trägt die Verantwortung vor…ja wem eigentlich? Anderen Gemeinden oder Pastoren? Muss es einen Leiter geben, eine Art Pastor oder Ältesten?
Meine Empfehlung:
Brechen wir es einmal auf die Frage herunter, wer denn die Verantwortung tragen muss, wenn sie ein paar Freunde zu einem Geburtstagskaffee einladen? Brauchen sie hier einen Generalverantwortlichen oder ergibt sich soetwas nicht meist ganz von selbst?
Zunächst bleibt natürlich die einladende Familie oder Wohnungsinhaber verantwortlich, was eben die Verantwortungen eines Gastgebers betreffen. Diese können gerne zum Teil delegiert werden oder einfach auch von mehreren getragen werden.
Dann ist es eine ganz normale Entwicklung, dass sich mit der Zeit ganz von selbst herauskristallisieren wird, wer bei den Treffen der Gruppe leitend tätig ist und ob das von der Gruppe auch angenommen wird.
Einen Pastor brauchen sie nicht, und über die Frage von Ältesten können sie einmal nachdenken, wenn sich ihre Treffen verfestigt haben, ein reges Gemeindeleben stattfindet und sie anfangen sich mit anderen einfachen Gemeinden zu vernetzen. Bis dahin bleiben sie entspannt. Titel sind weitaus weniger wichtig. Wichtig ist, dass Gott unter ihnen die Gaben der Teilnehmenden einbringen und entwickeln kann.

Angst vor Aburteilung durch andere Christen
Was werden Christen aus anderen Gemeinden sagen, wenn wir anfangen uns zu treffen? Diese Frage ist leider berechtigt. Denn nicht selten werden einfache Gemeinden zunächst von Mitgliedern programmorientierten Gemeinden als minderwertige Treffen, wenn nicht gar völlig überflüssige Treffen angesehen. Das würde aber auch den meisten Neugründungen von üblichen Gemeinden so ergehen.
Die Treffen der einfachen Gemeinde werden anhand der Maßstäbe der programmorientierten und hierarchischen Gemeinden gemessen und werden nicht passen.
Meine Empfehlung:
Machen sie das Urteil anderer Christen nicht zum Maßstab dafür, ob sie sich mit einzelnen Anderen zum Austausch über Gott, gemeinsamen Gebet und gelebten Beziehungen treffen wollen. Achten sie darauf, dass sie ein offener Kreis bleiben und Niemand von irgendeiner anderen Gemeinde bewusst abgeworben wird. Wer kommen möchte sollte möglichst willkommen sein, wer nicht mehr kommen möchte sollte von ihnen mit Segen entlassen werden. Sollten sich tatsächlich Christen in ihren Treffen wohler fühlen als in einer programmorientierten Gemeinde, so machen sie sich bewusst, dass hier mündige Menschen eine eigene Entscheidung treffen. Lassen sie sich nicht einreden, sie wären damit ein „Schäfchendieb“.
Machen sie sich immer wieder bewusst, dass sie gemeinsam vor Gott kommen und dass es letztlich Gott sein sollte, der das letzte Wort darüber hat, wo und wie sich seine Kinder treffen können. Und sein Wort war und ist: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich mitten unter ihnen!“

Wir werden keine Glaubensthemen finden, über die wir sprechen können
Diese Befürchtung, keine Themen zu finden oder nicht auf Dauer genügen Programmvorgaben zu haben, hat man immer zunächst. Zumindest die meisten haben diese Bedenken. Eigentlich ist das eine Frucht daraus, dass wir Gemeindeleben mit der Absolvierung von vorgegebenen Programmen verbinden. So lernen wir es seit Jahrtausenden, so sind wir es gewohnt.
Immer wieder höre ich auch von Hauskreismitgliedern oder -leitern bestehender Gemeinden die Befürchtung, dass sie ohne vorgegebenes Programm ganz leicht in Alltägliches abrutschen werden.
Meine Empfehlung:
Woran mag das liegen, wenn Christen bei gemeinsamen Treffen nicht auf Glaubensfragen zu sprechen kommen oder ganz leicht immer wieder auf Themen ausweichen, die mit Glauben scheinbar nichts zu tun haben? Liegt es tatsächlich daran, dass Christen ohne Programmdruck nicht über Gott zu reden und nachzudenken in der Lage wären? Oder kann es sein, dass die vorgegebenen Programme selten etwas mit ihrem konkreten Leben zu tun haben?
Meine Erfahrung ist, dass Christen, die ihren Glauben bewusst leben, nicht zusammenkommen können ohne nicht doch irgendwann auf Gott und das Leben mit Gott zu reden. Aber das muss eben nicht immer so aussehen, wie wir es aus den sonst üblichen Gemeinden kennen. So kann es sein, dass sich das Gespräch über Gott und die Bibel eben erst aus dem Gespräch übers Einkaufen, die Kinder, Politik usw. entwickelt. Jeder Christ bewegt die Frage in dem allen, wie er als Christ damit umgehen soll oder was wohl Gott darüber denken mag.
Manchmal reicht auch der Einwurf einer simplen Frage dazu, was wohl Gott dazu zu sagen hätte, aus, um das Gespräch auf Glaubensinhalte zu bringen.
Wagen sie es ihr Glaubensleben nicht mehr von ihrem Alltagsleben abzugrenzen und gar zwei Leben parallel zu leben. Gehen sie gemeinsam auf das Abenteuer ein, Gott in ihrem ganzen Leben zu finden und sich genau auch darüber auszutauschen.
Nehmen sie die Nöte des Anderen ernst. Suchen sie selbst auch und besonders Antworten darauf bei Gott. Erwarten sie nicht auf alle Fragen Antworten zu finden, vertrauen sie aber gemeinsam darauf, dass Gott involviert ist und bringen sie diese Nöte gemeinsam im Gebet zu Gott. Betrachten sie ihre Treffen als das gemeinsame Abenteuer Gott in ihrer aller Leben anzutreffen und IHN wirken zu sehen.

Es mag auch noch andere Hindernisse geben. Wer dies hier liest kann gerne in einem Kommentar solche aufzeigen und wir können gemeinsam darüber nachdenken, wie wir damit umgehen können.

Charly

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