Abgedriftet

Lesezeit: 2 Minuten
Christ mit Teufel im Nacken
© public domain

In diesen Zeiten bekommt man leicht den Eindruck, dass selbst intelligent erscheinende Mitmenschen nicht davor gefeit sind, in abstruse Überzeugungen abzudriften. Das nimmt auch uns Christen leider nicht aus. Es ist geradezu erschreckend, wieviele Christen sich in diversen Verschwörungstheorien, sowie in rechten, bis hin zu rechtsextremen Gedankengebilden verlaufen.
Richard Schutty
So habe ich vor zwei Tagen das neuste Video eines Christen gesehen, mit dem ich einige Zeit auf der Ebene der Hausgemeinden / Einfache Gemeinde zusammengearbeitet habe. Immer noch wird sein Name mit meinem in der Internetsuche verknüpft. Darin ist ein Vortrag / eine Predigt zu sehen, den er in einem Haustreffen gehalten hat. Hier outet er sich eindeutig als Verschwörungstheoretiker mit Tendenzen zum Reichsbürgertum. Bedenkt man, dass er zuvor durch seine sehr fundierten Lehren heraus stach, die in mehreren Büchern von ihm immer noch nachzulesen sind, ist die Erkenntnis, dass er nun so in irren Theorien abgedriftet ist, besonders bitter.
Immer noch hat er seine Anhänger / Fans, welche ihm folgen. Natürlich nehmen er und seine Fans für sich in Anspruch, besonders kritisch und analytisch auf das Weltgeschehen zu sehen. Wie es eigentlich alle Anhänger dieser mehr wie dummen Theorien für sich beanspruchen. Doch mit tatsächlich auf dem Fundament von nachprüfbaren Fakten und Logik aufgebauter Kritik hat das alles längst nichts mehr zu tun.
Es zeigt mir wieder einmal auf, dass Intellekt und Intelligenz nicht immer überein gehen, Intellekt aber gut geeignet ist, Intelligenz vorzugaukeln.

Mit großer Traurigkeit muss ich nun sehen, wie ein guter Lehrer im Reich Gottes nun zum Irrlehrer geworden ist, vor dem man nur warnen kann. Noch größere Traurigkeit befällt mich jedoch, wenn ich sehe, dass dieser frühere Freund von mir bei weitem nicht alleine unter den Christen ist. Immer tiefer erscheint mir der Spalt zwischen den Christen zu werden, die ihrer inneren Überzeugung nach Christus von ganzem Herzen folgen wollen. Treibt es die einen hin zu Christus, hin zu Seiner Liebe zu den Menschen, hin zur Barmherzigkeit Gottes gegenüber allen Menschen. So treibt es die anderen hin zu Bitterkeit, Verblendung, Elitedenken und letztlich zum Hass. Immer weiter trennt dieser Spalt uns Christen und bewirkt, dass wir uns nicht einmal mehr konstruktiv auf der Basis des Glaubens austauschen können, um miteinander in der Nachfolge Jesu zu wachsen.
Es mag an diesen Zeiten liegen, dass die Polarisierung deutlicher zu Tage tritt. Doch wie im obigen Beispiel meine ich eben auch erkennen zu können, dass die Verführung hin zum gedanklichen Abdriften in wirre Ideen in diesen Zeiten stark ist.

1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.