Eckehard Bamberger, „Gott und die Welt.“

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Cover Gott und die Welt - OLONA EDITION
© OLONA EDITION

Ob ich eine Rezension des neuen Buches von Eckehard Bamberger, „Gott und die Welt. Gedanken zur Schöpfung für Gläubige und für jene, die auf dem Weg zu Gott sind“ schreiben möchte, wurde ich vom Verlag OLONA EDITION angefragt. Dafür habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten. Das mache ich doch gerne. Auch weil mich der Autor neugierig machte.
Eckehard Bamberger ist ein Philosoph und tiefgläubiger Katholik. Er hat eine vierteilige Reihe geschrieben, welche mit diesem Buch seinen Abschluss findet.

In 15 nicht allzu langen Kapiteln beschäftigt er sich mit dem Spannungsfeld des christlichen Glaubens und der heutigen Welt. Seine Betrachtungen führen ihn zu der Frage, ob es denn Gott gibt und dessen Ablehnung, die in unserer westlichen Welt zuzunehmen scheint. Er wirft seinen Blick auf die Wissenschaft, Psychologie und nicht zuletzt auf den Atheismus der heutigen Zeit. Das tut er als tiefgläubiger Katholik, der eine innige, persönliche Beziehung mit Gott pflegt.
Seine Sprache ist leicht verständlich und das Buch kurzweilig zu lesen.

Da ich aus einem freikirchlichen Hintergrund komme, war klar, dass unsere theologischen Ansichten nicht immer deckungsgleich sein werden. Doch das machte beim Lesen keine wirkliche Mühe.

Dass der Autor den Begriff „Welt“ nicht von der Erde und Materie differenziert, so wie es im Grundtext der Bibel, insbesondere im Neuen Testament zu finden ist, irritiert zuweilen. So beschäftigt er sich zunächst mit dem physikalischen Kosmos. Später dann auch mit der Welt als Innen- und Außenerleben, als dem Konstrukt von Werten und Ideologien. Letztlich geht es ihm darum, sich mit den Werten und Auffassungen unserer westlichen Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Selbstverständlich geht er als Christ davon aus, dass Gott existiert. Er hinterfragt, was unsere Gesellschaft dazu bringt, dies zu verleugnen und Wege ohne Gott zu gehen. Dabei zieht er insbesondere die Atheisten der Neuzeit ins Gericht. Leider betrachtet er die neuerliche Zunahme der spirituellen Suche der westlichen Gesellschaft dabei nicht. Dass es für eine Gesellschaft möglich sein kann, ohne einen Rückbezug auf Gott tragende Werte zu finden, verneint er. Daher polarisiert er immer wieder etwas mehr, als es mir für seine Ausführungen notwendig erscheint.

Ebenso ergeht es ihm mit dem Begriff der „Seele“. Er bleibt dabei auf dem Boden der katholischen Glaubenslehre. So sei die Seele dem Menschen in der Schöpfungsgeschichte von Gott eingehaucht und der Mensch habe nun eine Seele, einen Geist und einen Körper. Ich orientiere mich hier lieber nach der hebräischen Sichtweise. Immerhin stammten die Schreiber der Bibel samt und sonders aus der hebräischen Kultur und Denkweise. Hier hat der Mensch keine Seele, sondern er ist eine lebendige Seele. So wie er ebenso Körper als auch Geist ist.
So verwundert es auch nicht, dass er mit der Psychologie in Hadern kommt. Er sieht dort Gegensätzlichkeiten und daraus resultierende Konflikte, die ich so nicht sehe.

Vermissen lässt er auch versöhnliche Worte gegenüber Christen, die Naturwissenschaftler oder eben auch Psychologen sind. Solche zeigen an ihren Beispielen auf, dass der Konflikt zwischen diesen Auffassungen und der Religion nicht so strikt sein muss, wie es beim Lesen des Buches an manchen Stellen scheint.

Insgesamt liegt dem interessierten Leser hier ein kurzweiliges Buch mit anregenden Gedanken zum Spannungsfeld Christ und Welt vor. Die Texte laden ein, weiterzudenken und zu diskutieren.

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