Gewalterfahrung von evangelikalen Kindern II

Lesezeit: 4 Minuten
Schatten eines Kindes
© Stephanie Hofschlaeger / Pixelio.de

Zur Zeit melden die Medien, dass das Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. Informationen über eine Studie zu Gewalterfahrungen über Christliche Religiosität und elterliche Gewalt verbreitet. Diese ist bisher nicht auf der Homepage der KFN zu finden, aber auf einer Seite des NDR. Hier die aktuelle Studienzusammenfassung zum Download.

Wie ich es schon 2010 in einem Blogbeitrag zu der damaligen Veröffentlichung der damaligen Studie schrieb, ist auch hier wieder keine seriöse Wissenschaftlichkeit zu finden. Dafür aber wieder einmal steile Aussagen und Behauptungen, die letztlich durch die Studien nicht zu belegen sind. Ich zeigte in meinem damaligen Blogbeitrag schon auf, dass allein die Fragestellung nicht dazu geeignet ist, fundierte Aussagen zu dieser Thematik zu machen. Nach meiner Ansicht ist die Fragestellung eher lächerlich als irgendwie geeignet, um relevante Aussagen daraus zu ziehen. (Näheres dazu in meinem damaligen Blogbeitrag) Da die Fragestellungen auch in einer neueren Studie nicht verbessert wurden – da es de facto garkeine spezielle Studie zu diesem Thema gegeben hat – sind die gegebenen Antworten ebenso fragwürdig und im Grunde abzulehnen.

Die KFN hat nicht einmal soviel Seriosität bewiesen, dass sie sich Mühe gegeben hätte, sauber zwischen verschiedenen Kirchen zu unterscheiden. Dies wird auch völlig zurecht durch die Vertreter der deutschen evangelischen Freikirchen bemängelt. „Gewalterfahrung von evangelikalen Kindern II“ weiterlesen

Pro?Christ?

Lesezeit: 6 Minuten
Leute unter einem Fragezeichen
© Charly Lücker / Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Am gestrigen Sonntag hat das evangelistische Megaevent ProChrist 2013 in Stuttgart begonnen. Es ist das achte ProChrist in Deutschland.
Schon früh wurde die Frage laut, wie dieses Event zu bewerten ist. Immerhin kann man sagen, dass es Zustimmung und Widerspruch auslöst. Vertreter der Kirchen wissen aktuell nicht, wie sie sich zu der Protestnote eines Schwulen- und Lesbenverbandas in Brandenburg stellen sollen. Andere Christen schwanken zwischen Begeisterung und heftiger Ablehnung.

Ich habe mir die bisherigen zwei Veranstaltungen via ERF-TV angesehen.
Die Sendungen beginnen jeweils mit einem viertelstündigen ProChrist-Magazin. Gestern zeigten sie eine Straßenumfrage in Stuttgart, wo Menschen auf der Straße die Frage gestellt bekamen, ob sie wüssten, was ProChrist sei. Kein Mensch in Stuttgart (dem Veranstaltungsort ! ) wusste wirklich was Pro Christ ist! Und wenn eine blasse Ahnung da war, dass zB evangelikale Christen damit zu tun haben, gab es klare Ablehnung. Immerhin, das war mal ein ehrlicher, selbstkritischer Blick.
Da kommt die Vermutung auf, dass die Werbung wohl nicht so richtig gut funktioniert hat. „Pro?Christ?“ weiterlesen

Diskriminierende Toleranzgesellschaft

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Ausgrenzung
© ulrich-kroes/pixelio-de

Wir erleben zur Zeit in unserer Gesellschaft eine Entwicklung, die heuchlerischer nicht mehr sein kein. Unter dem vermeintlichen Titel der Toleranz wird zur Zeit fast alles unterdrückt, was einem vermeintlichen, evtl. ja auch nur politisch und durch Medien gemachten, Mainstream entgegenstehen könnte.

Äußert sich Jemand, wie zum Beispiel der Chef des katholischen Senders K-TV, Martin Lohmann, welcher eine klare und anstößige Stellung in Bezug auf Homosexualität und Abtreibung einnimmt, klar und deutlich gegen diesen Mainstream, so erlebt er keineswegs die Toleranz, die von ihm gefordert wird. Vielmehr wurde z.B. diesem genannten Martin Lohmann von der „Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation“ die Kündigung als Dozent ausgesprochen. Begründet wurde dies mit dem „Menschenbild, in dem verschiedene sexuelle Orientierungen respektiert werden“. Die Schule lehne „jegliche Art von Diskriminierung ab“. Lohmann hatte sich vorher kritisch gegenüber der Homo-Ehe und praktizierter Homosexualität geäußert. Diese Hochschule „lehne jegliche Art von Diskriminierung ab“ und tut genau dies: sie diskriminiert Menschen, die eine Meinung vertreten, die nicht dem Meinungsdiktat dieser Institution entspricht.
Pro berichtet:
„Seine Position, generell gegen Abtreibung zu sein, brachte ihm einen „Shitstorm“, also eine Flut an Beschimpfungen, auf Twitter ein, Lohmann berichtete von Hassmails der übelsten Art. Er wünsche niemandem, solche Botschaften zu bekommen – auch was seine Frau und seine Tochter betreffe.“

Dies ist nur eins von vielen Beispielen, die wir aktuell in unserer Gesellschaft erleben müssen. Da geht es um die Frauen, die tatsächlich Hausfrau und Mutter sein wollen, sich aber zunehmend in einer gesellschaftlichen Ausgrenzung wiederfinden müssen. Da geht es um Menschen, die einen religiösen Glauben leben und erleben müssen, dass sie im Namen der „Toleranz“ beschimpft, ausgeschlossen und verachtet werden.  Da geht es um Menschen, die ihre Anstellung verlieren, weil sie in ihrer Lebensführung nicht dem Meinungsdiktat des Arbeitgebers entsprechen – sei es nun bei einem kirchlichen Arbeitgeber oder auch bei nichtkirchlichen. Und und und ….

Aber wovon reden wir hier eigentlich? Was ist Toleranz und was Diskriminierung? Solche Worte gehen leicht von den Lippen, „Diskriminierende Toleranzgesellschaft“ weiterlesen

Postgewaltwahn oder Denken verboten

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Überwachungskameras
© by Fionn Große / pixelio.de

Nach dem unglaublichen Schulmassaker in Newtown – Amerika, tritt der Vertreter der amerikanischen Waffenlobby öffentlich auf und fordert noch mehr Waffen.
Hier nur für begrenzte Zeit auf DLF nachzuhören:

Wenn es nicht auch laute Stimmen aus Amerika geben würde, die gegen diesen Waffenwahn stehen, müsste man sich fragen, ob Intelligenz in Amerika nur marginal vorkommt. Mir sind amerikanische Christen begegnet, die genauso blind und blöd diesem Waffenwahn frönen. Das ihr Glaube ihnen eigentlich eine ganz andere Haltung vermitteln müsste, scheint in der Evangeliumsverkündigung nach amerikanischer Art kaum vorzukommen.

Doch auch in Deutschland geht die Entwicklung in keine andere Richtung.
Da gab es eine Tasche im Bonner Hauptbahnhof, welche mit Zutaten für eine Bombe gefüllt war. Ob diese Bombe überhaupt fachgerecht zusammengebaut war und damit tatsächlich hätte explodieren können, „Postgewaltwahn oder Denken verboten“ weiterlesen

Sternenkind – das Radiofeature

Lesezeit: 2 Minuten
© JMG / pixelio.de

Heute gab es auf WDR5 ein Radiofeature über die Zeit eines Ehepaares mit einem Kind, welches seine Geburt nicht lange überlebt hat.

Ich bin sehr beeindruckt von dieser ehrlichen Darstellung der Gedanken und Ängste dieses Ehepaars, welches sich entschloss, nicht abtreiben zu lassen. Eine Geschichte, die nicht so effekthaschend, nicht so moralinsauer ist, wie so oft. Dafür ehrlich und mitnehmend.
Hier nur für begrenzte Zeit nachzuhören (53 Min):

Der Begleittext von WDR5:

Sternenkind

Das (kurze) Leben der Lilli Lion

Keine Überlebenschance – die Ärzte sind sich einig: Turnersyndrom, schwerste Herz- und Nierenschäden. Kathrins und Walters Kind, sie nennen es Lilli, wird die nächsten Wochen der Schwangerschaft nicht überstehen. „Sternenkind – das Radiofeature“ weiterlesen

Sterbehilfe: Angehörige erleiden posttraumatische Belastungsstörung

Lesezeit: 3 Minuten
Todesspritze
© public domain / Reimund Bertrams by pixabay

Das Ärzteblatt meldete am 04.10.12, dass auch Angehörige unter einer miterlebten Sterbebegleitung oft noch lange zu leiden haben. Bei Befürwortern der Sterbehilfe, wird immer vermittelt, dass dies doch für alle, dem Sterbewilligen, als auch dessen Angehörige, eine der humanitären Wege sei, ein, am Ende leidvolles Leben zu beenden. Es wäre eine „erlösende Tat“, die dem Leiden ein würdevolles Ende setzen würde.
Dies habe ich schon immer stark bezweifelt. Und nun meldet eine erste Studie, dass sogar Angehörige im Nachhinein erheblich unter dieser „humanitären Sterbehilfe“ zu leiden haben.

Zitat aus aerzteblatt.de:
Nach einer Querschnittsstudie in European Psychiatry (2012; 27: 542–546) leidet jeder fünfte Augenzeuge eines assistierten Tods noch viele Monate später an einer posttraumatischen Belastungsstörung oder seiner Vorstufe. Jeder sechste zeigt Zeichen einer Depression…

Doch ganz so stressfrei (wie von Sterbehilfeorganisationen behauptet) scheint der assistierte Suizid für die Augenzeugen nicht zu sein, wie eine Studie zeigt, die Birgit Wagner am Universitätsspital Zürich durchführte. Die Autorin, die heute an der Universität Leipzig tätig ist, schrieb 167 Verwandte und Freunde an, die Augenzeuge des assistierten Selbsttodes von 111 Mitgliedern von Exit Deutsche Schweiz waren. Insgesamt 85 Personen schickten die Fragebögen zurück, in denen die Forscherin sich nach Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung (Impact of Event Scale–Revised), komplizierter Trauer (Inventory of Complicated Grief-SF) und Depressionen (Brief Symptom Inventory) erkundigte… „Sterbehilfe: Angehörige erleiden posttraumatische Belastungsstörung“ weiterlesen

Warum Gerüchte über Leute verbreiten, die ihre Kirche / Gemeinde verlassen?

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Tratsch und Klatsch zuhören
© Rainer Sturm / pixelio.de

Ich war positiv überrascht, als ich den Artikel von Jennifer LeClair in der amerikanischen Charisma über die Gerüchteküche las, die oftmals Solchen folgen, die eine oder die Kirche/Gemeinde verlassen haben. Ich selbst muss immer noch erleben, was für abstruse Geschichten über mich erzählt werden. Was ich nicht alles damals in den Gemeinden getan haben soll oder was die Gründe dafür gewesen seien, warum ich gegangen bin. Solche Gerüchte scheinen kaum ausrottbar zu sein und ich musste lernen, damit zu leben.

Zumeist findet man eine gute Anzahl an Artikeln und Predigten darüber, wie man auf gute Art und Weise eine Gemeinde verlassen kann, wenn man denn schont meint, unbedingt gehen zu müssen. Artikel, die sich mit der anderen Seite und ihren Reaktionen beschäftigen, sind eher rar gesät.
Nun will ich aber Jennifer LeClair zu Wort kommen lassen:

Warum Gerüchte über Leute verbreiten, die ihre Kirche / Gemeinde verlassen?
Von Jennifer LeClaire, Charisma News Online / deutsche Übersetzung: Charly Lücker

Letztes Wochenende hörte ich ein neues Gerücht darüber, warum ich eine bestimmte Gemeinde vor Jahren verlassen habe. Ja, anscheinend reden dort, nach all den Jahren, immer noch  welche über mich. Am liebsten hätte ich damals der ganzen Gemeindeversammlung gesagt, warum ich diese Gemeinde verlasse. Aber der Heilige Geist sagte mir, dass ich im Frieden gehen solle und ich gehorchte ihm. „Warum Gerüchte über Leute verbreiten, die ihre Kirche / Gemeinde verlassen?“ weiterlesen

Fundamentalismus philosophisch betrachtet

Lesezeit: 2 Minuten

 

Denker
© by Charly Lücker

Heute Abend gab es auf WDR5 eine interessante Sendung aus der Reihe: Das philosophische Radio über die philosophische Sicht auf den Fundamentalismus. Zu Gast war Friedrich Wilhelm Graf, protestantischer Theologe und Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München (LMU).

Hier nur für begrenzte Zeit nachzuhören:

Zitat WDR5:
Der islamische Fundamentalismus ist das Feindbild der Gegenwart. Dabei wächst das Christentum deutlicher aggressiver als der Islam, und zwar insbesondere auch in der „harten“, fundamentalistischen Prägung. Erleben wir also religionsübergreifend eine Konjunktur des Fundamentalismus?

In Zeiten ökonomischer und gesellschaftlicher Unsicherheit hat der Glauben „Fundamentalismus philosophisch betrachtet“ weiterlesen

Bischof spielt arbeitslos

Lesezeit: 3 Minuten
Bischof Ackermann
© Wikipedia-Lothar Spurzem

Die Nachricht war jetzt zu lesen, dass Triers Bischof Stephan Ackermann mal ausprobieren wollte, wie das wohl ist, wenn sich Jemand bei der Arge arbeitslos melden muss.

Arbeitslose sind dem Bischof nicht unwichtig, setzt er sich ja schon seit Jahren für solche ein. Dies ist ihm sicherlich zugute zu halten. Doch ist diese Aktion nun wirklich ein gelungenes Experiment oder gar doch eher fast ein Hohn für tatsächlich von Arbeitslosigkeit Betroffene?

„Mir ist es wichtig, auch zwischendurch immer mal wieder konkreten Kontakt zu haben, sei es mit Betroffenen, mit Beschäftigungsbetrieben oder konkret vor Ort hier in der Agentur“, sagte er. „Um nicht nur auf einer höheren Ebene gescheit zu reden, sondern auch konkret vor Ort eine Situation kennenzulernen.“

Nun denn, hätte sich der Herr Bischof doch einfach mal völlig unangekündigt und nicht gerade im Bischofsordinat unter die Wartenden der Arge gesetzt und dort mal ein paar Stunden ausgehalten. Das wäre wohl eher erleuchtend gewesen als diese PR-Aktion, die er sich da geleistet hat.

Zunächst meldet er seine geplante Aktion bei der Arge, zur gemeinsamen Terminfindung an, „Bischof spielt arbeitslos“ weiterlesen

Organspende bleibt fraglich

Lesezeit: 2 Minuten
Organspendeausweis
© BZgA

Nun haben wir den ersten öffentlich bekannt gewordenen Skandal in Deutschland um Manipulationen mit Organspende. Im Göttinger Universitätsklinikum hat wohl der ehemalige Leiter der Transplantations- chirurgie Dutzende von Krankenakten manipuliert, um so Patienten bevorzugt zu einer Spenderleber zu verhelfen. Aktuell wird in insgesamt 34 Fällen ermittelt.

Angesichts der dargestellten Überraschung, das dies in Deutschland möglich ist, frage ich mich, wie naiv die beauftragten Fachleute sich hier eigentlich verhalten.

Da leistet sich der Leiter der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer und an der Universität Halle lehrende Medizinrechtler, Professor Hans Lilie, die Aussage: „Wir hätten uns das nicht vorstellen können“. Da ruft der Laie erstaunt aus: „Organspende bleibt fraglich“ weiterlesen

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